16.03.2018 - 20:00 Uhr
Pressath

Wildlebensraumberater referiert über die Schaffung artenreicher Lebensräume Mut zur "Schlamperei"

Für die Schaffung artenreicher Lebensräume plädierte Balduin Schönberger bei seinem Vortrag in der Jahreshauptversammlung der Pressather Jagdgenossenschaft. Der Wildlebensraumberater am Fachzentrum für Agrarökologie im AELF in Amberg betonte, dass die Lebensräume vieler Wildtiere aufgrund der Flächennutzung sehr oft beschnitten, eingeengt oder teilweise verloren gegangen seien.

von Autor ISProfil

Vor dem Hintergrund der spürbaren Rückgänge der klassischen Niederwildarten vom Hasen über die Rebhühner bis hin zum Fasan müssten Überlegungen angestellt werden, wie man dieser negativen Entwicklung begegnen kann. Schönberger argumentierte, dass das "viele Saubermachen die Natur kaputt mache". Als kritische Faktoren für das Ausbleiben von Wildtieren in der Agrarlandschaft sehe er vor allem das Fehlen von Nahrung für die Tiere und auch das Fehlen von sicheren Rückzugsorten.

Ob Blühflächen am Waldrand oder in der Feldflur, Hecken, Streuobst oder wertvolle Winterbegrünung in der kargen Jahreszeit seien Maßnahmen, die die Artenvielfalt fördern, betonte Schönberger. Eine gezielte Auswahl der Mischungspartner für Blühflächen verbessere die Nektar- und Pollenversorgung für Bienen, Wildbienen und Hummeln in den Monaten Juli und August.

"Durch gemeinsames Handeln lassen sich wertvolle Lebensräume für die Tiere entwickeln", stellte der Experte fest. Im Detail ging er auf eine Fülle von Maßnahmen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogamms (Kulap) ein. Entscheidend für den Erfolg der Maßnahmen seien aber der persönliche Wille aller Beteiligten und eine solide, praxisbezogene Wildlebensraumberatung.

Die Interessen der Landwirte seien die entscheidenden Parameter für eine praktische Umsetzung der Maßnahmen. "Wenn beide Seiten, Landwirte und Jäger, profitieren, kann man von einer Win-win-Situation sprechen." Man könne das mit einfachen Mitteln erreichen. Als Beispiel nannte er, Feldwege nicht zu mähen, Feldraine stehen zu lassen oder Lesesteine in die Hecken zu werfen. "Ich will euch Mut zur 'Schlamperei' machen, denn gerade unordentlich wirkende Blühflächen sind wertvoll." Wichtig seien auch Hecken, die im Frühjahr den Hasen Schutz bieten.

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