22.03.2018 - 20:10 Uhr
Pressath

Info-Veranstaltung zu neuer Datenschutzverordnung Hässliche Schwester der IT

Die Zeit rennt: Am 25. Mai tritt die neue europäische Datenschutzverordnung endgültig in Kraft. Der Gewerbering Pressath lädt seine Mitglieder deshalb zu einer Informations-Veranstaltung ein.

Martin Pepiuk, Vorsitzender des Gewerberings, begrüßte Redner Dietmar Grün (links) in Pressath. Bild: idu
von Redaktion OnetzProfil

Viele Unternehmen sehen Schwierigkeiten, die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) rechtzeitig umzusetzen. Sie ist EU-weit einheitlich sowie für alle Unternehmen - unabhängig von der Betriebsgröße und -form - verpflichtend. Das gilt auch für Vereine, Parteien und Stiftungen, Behörden und öffentliche Einrichtungen. Wohl deshalb war das Interesse an der Info-Veranstaltung des Gewerberings Pressath im Gasthof Heining so groß, dass die Sitzplätze kaum ausreichten. Möglich gemacht hat den kostenlosen Vortrag der Bund der Selbständigen (BDS).

Vorsitzender Martin Pepiuk freute sich über den Andrang und begrüßte Referent Dietmar Grün (Projekt 29 GmbH & Co. KG) aus Regensburg. Der gab Antworten auf die Fragen: "Was ist die DSGVO und was habe ich damit zu tun?"

Mit dieser Verordnung der Europäischen Union sollen die Regeln für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen EU-weit vereinheitlicht werden. Zu solchen Daten zählen Name, Adresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Geburtstag, Kontodaten, Kfz-Kennzeichen, IP-Adresse oder Cookies. Hierbei handelt es sich immer um Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare Person beziehen.

Bei Verstößen gegen die DSGVO drohen Abmahnungen und Gerichtsverfahren. Datenschutz hat wettbewerbsrechtliche Relevanz. In Deutschland gilt zwar bereits ein hohes Datenschutzniveau, doch die europäische Verordnung geht in einigen Punkten über das deutsche Gesetz hinaus. Einerseits soll der Schutz von personenbezogenen Daten innerhalb der Europäischen Union sichergestellt, andererseits der freie Datenverkehr innerhalb des europäischen Binnenmarktes gewährleistet werden. Die neue Verordnung ersetzt die aus dem Jahr 1995 stammende Richtlinie 95/46/EG zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr.

Neu ist, dass die Erhebung, Bearbeitung und Nutzung personenbezogener Daten grundsätzlich verboten ist. Es sei denn, es liegt eine Erlaubnis vor. Einwilligungen müssen immer zweckgebunden sein, Generaleinwilligungen sind nicht erlaubt. Bei Minderjährigen unter 16 Jahren ist die Erlaubnis der Eltern einzuholen. Datenschutzbeauftragte sind bei Betrieben mit mehr als zehn Personen, die sich mit personenbezogenen Daten befassen, Pflicht. Hierzu zählen auch freie Mitarbeiter.

Anhand eines Beispieles erklärte Grün, wie schnell eine Datenschutzverletzung vorliegt: "Ich schreibe eine E-Mail an alle meine freien Mitarbeiter und vergesse, die Teilnehmer aus dieser Liste für die anderen unsichtbar zu machen. 99 Prozent ist das egal, einer meldet es beim Landesamt für Datenschutz, und der Ärger ist vorprogrammiert." Wer auf der sicheren Seite sein wolle, sollte einen Fachanwalt beauftragen.

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