01.12.2017 - 20:10 Uhr
PressathOberpfalz

Lippert-Neubau: Wer macht das Rennen?: Standort-Entscheidung zwischen Pressath und Eschenbach

Ein Tauziehen dürften sich die Bürgermeister von Pressath und Eschenbach liefern. Es geht schließlich um ein Investitionsvolumen von insgesamt 25 Millionen Euro, was in der Nordoberpfalz nicht alltäglich ist: Bleibt das Sondermaschinenbau-Unternehmen Lippert in Pressath (Döllnitz) oder geht es mit dem Neubau nach Eschenbach? Der neue Sprecher der Geschäftsführung und Mehrheitsgesellschafter, Hubert Schug, will im Januar die endgültige Standortentscheidung treffen (wir berichteten). Jedenfalls war die Mittelstandsunion unter ihrem Kreisvorsitzenden Harald Gollwitzer bei einer Besichtigung von der Leistungsfähigkeit und Modernität des Unternehmens schwer beeindruckt.

Der neue Sprecher der Geschäftsführung, Hubert Schug (links), führte die Mittelstandsunion mit Kreisvorsitzendem Harald Gollwitzer (Dritter von rechts) durch das Werk. Bild: cf
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

"Pakete ohne Ende"

Für die feinkeramische Industrie weltweit konstruiert, fertigt und montiert der jährlich im zweistelligen Prozentbereich wachsende Familienbetrieb Fertigungssysteme: von der Glasier-Anlage bis zur Hightech-Schleifmaschine. "Die Roboter nehmen den Menschen die schmutzige Arbeit ab", betont Geschäftsführer Schug. Auch die deutschen Traditionshersteller Seltmann, BHS tabletop (Bauscher), Meissen oder Villeroy & Boch produzieren ihr Geschirr mit Lippert-Maschinen. Das zweite wirtschaftliche Standbein von Lippert ist die Förder- und Automatisierungstechnik. Weil das E-Commerce mit jährlichen Steigerungsraten von etwa 30 Prozent nach "Paketen ohne Ende" verlangt, rüstet Lippert riesige Paketzentren - etwa für die Post in Budapest - mit raffinierter Technologie aus.

Suche nach Fachkräften

Enorm ist der Aufwand für Retouren mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent. Die Lippert-Anlagen sortieren bis zu 20 000 Pakete in der Stunde - zwischen wenigen Gramm und 35 Kilogramm schwer - nach Gewicht, Maß, Bestimmungsort u. a. Angesichts des hohen Bedarfs an qualifizierten Fachkräften setzt Lippert mit derzeit 39 Lehrlingen auf die eigene Ausbildung. Geschäftsführer Hubert Schug unterstreicht die Kooperation mit der OTH Amberg-Weiden, etwa beim Dualen Studium oder Bachelor- und Masterarbeiten. "Händeringend" gesucht sind vor allem Ingenieure, IT-Fachleute, Monteure und Steuerungstechniker.

Der Kreisvorsitzende der Mittelstandsunion, Harald Gollwitzer, dankte Schug mit einem Geschenk für die spannenden, lohnenswerten Einblicke und die großzügige Bewirtung. Bei der Gelegenheit äußerte die CSU-nahe Wirtschaftsvereinigung "keine Freude" an einer großen Koalition mit der SPD. Neuwahlen mit "neuen Köpfen" wären für Gollwitzer die Alternative zu der von den Bürgern abgewählten Groko.

Mit dem Wunsch nach "neuem Personal" meint Gollwitzer auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Horst Seehofer.

 

 

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