05.07.2017 - 20:00 Uhr
PressathOberpfalz

Plößberger Holz-Spezialist übernimmt Hobelwerk Aus Dippel wird Ziegler

Der Name Dippel verschwindet vom Holzmarkt. Am Dienstag machte die Plößberger Ziegler-Group die Übernahme des Pressather Traditionsbetriebs perfekt. Für Konrad Dippel ist das kein Grund zu trauern - eher im Gegenteil.

Aus der Dippel- wurde mit der Unterschrift vom 3. Juli die Holz-Werke-Ziegler-Belegschaft. Stefan Ziegler (von links) und Konrad Dippel junior erläuterten in der Betriebsversammlung die Umstände. Bilder: is (2)
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Pressath/Plößberg. Geredet wird an den Stammtischen schon lange, seit Dienstag ist der Verkauf der Holzwerke Dippel kein Gerücht mehr. Rückwirkend zum 1. Juli übernimmt die Ziegler-Group mit Sitz in Betzenmühle bei Plößberg den Pressather Traditionsbetrieb. Dies bestätigt Michael Wachsmann für die Ziegler-Group. Am Mittwoch informierten die Eigentümer Konrad Dippel senior und Stefan Ziegler die Belegschaft in Pressath. Dippel erinnerte, dass die Unterschrift am 3. Juli genau 20 Jahre nach Eröffnung des Werks im Industriegebiet Döllnitz erfolgte. Die Holz-Tradition der Familie Dippel in Pressath lasse sich noch viel weiter zurückverfolgen. Vor 400 Jahre zog ein Zimmermann mit dem Namen nach Pressath, im Jahr 1901 eröffnete ein Vorfahr das erste dampfbetriebene Sägewerk in der Stadt.

Nun wird der Name Dippel vom Firmenschild verschwinden. "Wir führen den Betrieb als Holz-Zentrum Ziegler GmbH weiter", erklärt Wachsmann. Sonst werde sich vorerst nichts ändern, auch der Einzelhandel wird fortgeführt. Die rund 35 Dippel-Mitarbeiter werden übernommen. Der Verkauf sei harmonisch abgewickelt worden. "Die Firma Dippel ist optimal aufgestellt", lobt Wachsmann. Auch die Ausrichtung passe ins Portfolio der Ziegler-Group. "Es gibt nicht viele Unternehmen mit solchen Lager- und Produktionskapazitäten." Und auch die Nähe zum Stammsitz habe für die Übernahme gesprochen. Zum Kaufpreis gab es von Wachsmann keine Angaben.

Dazu wollte sich auch Konrad Dippel junior nicht äußern, ansonsten erklärte er, dem Betrieb weiterhin in verantwortlicher Position erhalten zu bleiben. Dies dürfe man als Zeichen werten, dass die Chemie stimmt. Auch wenn bei der Firma Ziegler der Dialekt schon ein wenig anders sei, man merke doch, dass hier zwei Oberpfälzer Unternehmen zusammengehen: "Die Mentalität passt einfach zusammen." Neuer Leiter des Werks ist ein Pressather: Josef Wolfram war zuletzt in Thüringen in einem Sägewerk beschäftigt.

Profitieren werde von der Übernahme der Standort Pressath. "Es hätte nichts besseres passieren können", sagt Dippel. Auch wenn es noch keine konkreten Pläne gibt, es spreche viel dafür, dass auch die Zahl der Beschäftigten wachsen werde. Die Auslastung sei hervorragend. Unter anderem wegen der sich abzeichnenden Übernahme habe das Hobelwerk von Ein- auf Zweischichtbetrieb umgestellt. Bereits in den vergangenen Wochen haben deshalb Ziegler-Mitarbeiter in Pressath ausgeholfen.

Auch Dippel betont, dass es keinerlei wirtschaftliche Probleme in seinem Betrieb gibt - eher im Gegenteil. "Unser Umsatz hat sich in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt." Das Hobelwerk habe sich auf sibirische Lärche und Douglasie spezialisiert. "Wir müssen aber das gesamte Sortiment für den Holzhandel bieten." Das bedeute einen große Lagerbestand, der viel Kapital bindet. Für einen kleinen Betrieb sei dies sehr schwer.

Dazu klagt Dippel über die Flut von Auflagen und Zertifizierungsvorgaben. Ein kleiner Betrieb könne dies alles kaum mehr leisten. "Mit einem Bein ist man immer im Gefängnis, weil es nicht mehr möglich ist, bei allen Auflagen aktuell zu sein", gibt Dippel einen Einblick in den Alltag eines mittelständischen Betriebs. Für die Firma Ziegler sei das weniger ein Problem, dort gebe es eigene Abteilungen, die sich um die Einhaltung kümmern.

Die Branche habe auf die Anforderungen mit immer mehr Konzentration reagiert, es gibt immer weniger, dafür immer größere Anbieter. "Die Wahl lautet Kreisliga oder Bundesliga, aber nur in der Bundesliga kann man Geld verdienen." Einige Zeit habe er mit seinen Möglichkeiten in der Bundesliga gespielt. "Das war in den vergangenen Jahren mit purer Selbstausbeutung verbunden", sagt Dippel. "Ich war kaum mehr einen Samstag zu Hause, weil immer ein Auftrag liegengeblieben war, der abgearbeitet werden musste." Damit soll es für ihn nun vorbei sein.

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