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31.05.2017 - 20:01 Uhr
PressathOberpfalz

Pressather Bauunternehmer löst den Facharbeitermangel: Pravida backt sich seine Bauleiter

Bauunternehmer Otto Pravida hat ein Problem: Das Geschäft brummt, Facharbeiter Mangelware. Deshalb beschreitet er neue Wege - die Karriere von der kaufmännischen Angestellten zur Bauleiterin.

Otto Pravida ist auch politisch gut vernetzt: "Respekt für Wirtschaftsministerin Ilse Aigner", lobt der Pressather die Chefin der ökonomischen Netzwerker. "Durch Vermittlung der Außenhandelskammern bekamen wir Anfragen für den Bau von medizinischen Strahlenschutzgebäuden aus Polen und Russland." Bilder: Herda (2)
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Der Oberpfälzer Bauunternehmer ist bekannt für seine unkonventionelle Denkweise. Anders ist die Entwicklung nicht zu erklären, die der kleine Mittelständler am Weltmarkt durchläuft: 80 Strahlenschutzgebäude hat Otto Pravida bisher gebaut, in Newport kürzlich die zweite Protonenanlage nach dem Projekt in Wiener Neustadt realisiert.

"Es ist das erste schlüsselfertige Protonengebäude", freut sich der Pressather. Ein Projekt mit Strahlkraft: Sogar Wissenschaftsministerin Edwina Hart kommt zur Eröffnung, nennt das Zentrum "einen wichtigen Meilenstein für die Krebstherapie".

Mauerer mit Abitur

Die Auftragslage stellt Pravida aber auch vor Herausforderungen: "Es sind kaum qualifizierte Facharbeiter am Markt zu finden", klagt er über den Mangel an Humanressourcen. Die gängigen Wege hat er längst beschritten: "Wir sind bei jeder Ausbildungsmesse", freut er sich über einen dort akquirierten Abiturienten, der eine Maurerlehre machen möchte: "Der Opa hatte ein Baugeschäft", erklärt er die ungewöhnliche Affinität des jungen Mannes. Um aber alle Lücken aufzufüllen, ist das zu wenig: "Dieses Instrument kam zu spät."

Pravida möchte bereits Kinder in der 8. oder 9. Klasse davon überzeugen, dass das Bauhandwerk Karrierewege zulässt, die mit akademischen Lebenswegen konkurrieren können. "Mit unserem Produkt können wir keinen vorm Ofen hervorlocken", sieht der Unternehmer die Branche nüchtern. "Ich biete Arbeitsplätze an, nicht in erster Linie Häuser - und vor allem biete ich Zukunftsperspektiven." Im Klartext: "Mit Begeisterung und Beharrlichkeit gibt es bei mir keine Aufstiegsgrenzen."

Simplify your Job

Ein Beispiel: Als Pravida bei seinem Projekt in Newcastle ein Bauleiter abhanden kommt, gibt er einer Mitarbeiterin die Chance zum unerwarteten Karrieresprung: "Die Frau hatte bisher das Projekt im Büro betreut, war also mit dem Thema vertraut." Er stellt sich die Frage: "Kann man das Aufgabengebiet einfacher gestalten, kann man das so vorbereiten, dass sie sich auf das Wesentliche konzentrieren kann?"

Das Ergebnis: "Sie macht ihren Job ausgezeichnet." Innerhalb kürzester Zeit hat sich die Oberpfälzerin auf der Baustelle den nötigen Respekt verschafft. "Ich komme ab vom komplexen Multi-Tasking-Denken, und überlege mir lieber, wie ich Arbeitsschritte vereinfachen kann", zieht Pravida seine Schlüsse.

Gewissermaßen: Simplify your Job. "So gebe ich Leuten eine Chance, sich relativ kurzfristig und auf direktem Weg zu entwickeln." Voraussetzung: "Große Motivation und Spaß an Herausforderungen."

Bautradition in dritter Generation

Otto Pravida führt das Pressather Familienunternehmen in dritter Generation. Neben den klassischen Säulen eines Bauunternehmens - Wohn- und Gewerbebau, Hoch- und Tiefbau - hat sich der Oberpfälzer auf ein neues Geschäftsfeld fokussiert: "Die Planung und Errichtung von Strahlenschutzbauten für medizinische und industrielle Anwendungen", sagt Pravida, "hier setzen wir die patentierte ,Forster-Sandwich-Bauweise' ein und sind Marktführer in Deutschland." Den Bauten liege eine exakte Strahlenschutzberechnung von Professor Dr. Müller vom Lehrstuhl für medizinische Strahlenkunde der Universität Erlangen zugrunde. (jrh)

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Weitere Informationen:

www.pravida.de

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