"Ensemble Opera Tango" beim Wurzer Sommer
Sinnlich und dramatisch

Das Ensemble Opera Tango und das argentinische Tangopaar Chiara Angelica und Guillermo Berzins brachten die Geschichte und den Geist des südamerikanischen Tangos nach Wurz. Bild: Zeigler
Kultur
Püchersreuth
13.08.2017
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Von Christiane Zeigler

Wurz. Sinnlichkeit, Drama, Temperament und Heiterkeit - das ist am Freitag beim Tangoabend der Wurzer Sommerkonzerte geboten. Wegen dem schlechten Wetter kann die Veranstaltung leider nicht draußen stattfinden und muss in den etwas beengten Marstall ausweichen, der bis ausverkauft ist. Doch trotz Kälte und Regen wird es eine heiße Aufführung mit dem italienischen "Ensemble Opera Tango" und einem argentinischen Tanzpaar, das mit atemberaubenden Tänzen das Publikum restlos begeistert.

Zunächst war der Klang des Ensembles mit Kontrabass (Claudio Gasparoni), Flöte (Matteo Mignolli), Bandoneon (Mirko Satto) und E-Piano (Maddalena Murari) etwas gewöhnungsbedürftig und hätte hervorragend in eine dunkle Tanzbar gepasst. Der "Violentango" von Astor Piazzolla, dessen Name eine brisante Mischung aus "Violent" und "Tango" vorgibt, eröffnet das Programm mit Rasanz und Rhythmus. "El Nuevo Tango" von Saul Cosentino beginnt mit einem rhythmisch-packend Piano-Solo, es folgt ein langsamer, wehmütiger Teil, in dem sich Klavier und Bandoneon wunderbar ergänzen. Der Tango-Nuevo-König Astor Piazzolla (1921-1992) ist mehrfach im Programm vertreten. Nicht minder abwechslungsreich und temperamentvoll gespielt sind "Adiós Nonino" und "Milonga De La Anunciación". Dass Piazzolla auch romantisch und verträumt sein kann, zeigt sich in "Close Your Eyes".

Tanzbar sind seine Tangos nicht unbedingt. Aber die Freunde des argentinischen Tanzes kommen voll auf ihre Kosten. Zu den begeisternden Klängen von Carlos Gardel, Horacio Salgán, Eduardo Rovira und einigen mehr legen Guillermo Berzin und Chiara Angelica nur als mitreißend-faszinierend zu bezeichnende Tangos auf den Teppich. Die beengte Tanzfläche im Marstall scheint die beiden nicht im geringsten zu stören. Sinnlich, dramatisch und temperamentvoll, wie es wohl nur Südamerikaner sein können, schlagen sie das Publikum in ihren Bann. Zwischenapplaus und Bravo-Rufe gibt es zu den rasanten, geradezu akrobatischen Tanzschritten. Die Mimik und Gestik des Tanzpaares sind lasziv erotisch und prickelnd.

Kein Wunder, dass nach dem berühmten "Libertango" von Piazzolla, in dem Mirko Satto auf seinem Bandoneon rasante Soli improvisiert, ein wahrer Begeisterungssturm losbricht. Rhythmischer Beifall und Bravo-Rufe entlocken den Musikern und Tänzern noch etliche Zugaben.
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