Gemeinde weist Gebiet im beschleunigten Verfahren aus
Bauherren nicht einengen

Politik
Püchersreuth
06.02.2018
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Schnell soll es gehen und den Bauherren möglichst viele Freiheiten bieten. Darum ist die Gemeinde unter den ersten, die ein neues Baugebiet im beschleunigten Verfahren ausweisen. Der Vorentwurf für die acht Parzellen im Baugebiet "Ilserberg" hat schon mal die einhellige Zustimmung des Gemeinderates gefunden.

Die acht neuen Bauplätze grenzen unmittelbar an das zuletzt ausgewiesene Baugebiet "Am Sportplatz". Die Vorgaben für die Bauwilligen sind daher weitgehend identisch. Allein die Hanglage erfordert ein paar Besonderheiten, die Michael Wagner vom Grafenwöhrer Ingenieurbüro Schultes erläuterte.

Ein Haus macht Probleme

Die Parzellen, die in einem Streifen hintereinander angeordnet sind, haben eine durchschnittliche Größe von 950 Quadratmetern, nur eine misst knapp 1400 Quadratmeter. Für diese liegt auch bereits eine Voranfrage für ein Haus mit Flachdach vor, das jedoch voraussichtlich nicht ganz wie beabsichtigt gebaut werden kann. Der Bauherr möchte das Haus so an den Grundstücksrand rücken, dass es unmittelbar an der Hecke stünde, die das Baugebiet als Abgrenzung zur freien Flur säumen soll. Das Haus müsste den Worten Wagners zufolge entweder ein Stück zurück, oder die Gemeinde verkauft dem Bauherren noch ein paar Meter dazu. Allerdings habe diese eine Parzelle ohnehin schon eine heute kaum noch vertretbare Größe.

Muss der Grünstreifen so breit sein? "Muss er", sagt Wagner. Fünf Meter seien das Mindeste, damit der Streifen überhaupt als Ausgleichsmaßnahme für den Naturschutz relevant sei. Und damit die Hecke einen entsprechenden Wert für den Naturschutz hat, darf ihr die Bebauung natürlich nicht zu nahe kommen. Die Hanglage des neuen Baugebietes bedeutet für die Bauplätze ein Gefälle von etwa zehn Prozent. Der Vorentwurf des Bebauungsplans gestattet deshalb eine Wandhöhe von bis zu 8,50 Meter, um den Bauwilligen mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu geben.

Neben diesem optischen Aspekt erfordert die Hanglage jedoch auch einen besonderen Schutz bei Starkregen. Bürgermeister Rudolf Schopper sprach von einem zeitgerechten Bebauungsplan, der viele Freiheiten erlaube. Als nächstes müssen sich nun die verschiedenen Fachstellen zu dem Vorentwurf äußern.

Auftragsvergaben für Kita

Für den Umbau des Kindergartens und die Errichtung einer Kinderkrippe hat der Gemeinderat die ersten Gewerke vergeben. Die Kosten der Baumaßnahme sind aktuell auf 876 000 Euro veranschlagt, davon entfallen knapp 370 000 auf den Umbau und 506 000 auf den Krippen-Neubau. Der Eigenanteil der Gemeinde liegt nach Abzug der Fördermittel bei etwa 230 000 Euro. Die jeweils billigsten Anbieter waren: Energietechnik Dobmeyer, Weiden (Planung Heizung, Lüftung, Sanitär); Ingenieurbüro Schneider, Pirk (Planung Elektrotechnik); Hermann Paul, Weiden (Baumeisterarbeiten/115 076,90 Euro); Helmut Kreuzer, Lanz (Zimmerer- und Holzarbeiten/35 336,46 Euro); Holzkomplettbau Blödt, Kohlberg (Dachdeckerarbeiten/10 885,68 Euro und Klempnerarbeiten/8277,99 Euro); Weidener Fließestrich (Estricharbeiten/11 504,62 Euro); JM Glück Fenstertechnik (Fenster und Türen/6737,78 Euro); "2KBau", Weiden (Trockenbau/69 448, 53 Euro).

Im Baugebiet Püchersreuth-Süd können Sebastian und Sabrina Arnold aus Speinshart nun im Freistellungsverfahren mit dem Hausbau beginnen. Dem geplanten Dachgeschossausbau des Ehepaars Anni und Albert Ziegler in der Flosser Straße hat der Gemeinderat sein Einvernehmen erteilt.
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