12.02.2018 - 18:48 Uhr
Püchersreuth

Püchersreuther bei den olympischen Spielen Schwarze Scheiben im Visier

Eric Frenzel vertritt die Nordoberpfalz nicht alleine bei den olympischen Spielen. Auch Gerald Mark ist in Südkorea aktiv - allerdings nie vor der Kamera. Eher im Gegenteil.

Kleine Scheiben, große Ringe: Gerald Mark am Schießstand des "Alpensia Biathlon Centre" in Pyeongchang. Bild: exb
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Püchersreuth/Pyeongchang. Als Laura Dahlmeier und Arndt Peiffer Gold für Deutschland holten, war ihnen Gerald Mark ganz nah. Der Püchersreuther sorgte sogar dafür, dass auch Fans in Deutschland "live" dabei sein konnten. Der 42-Jährige ist bei den Spielen als Kameramann im Einsatz. "Ich bin für das internationale Fernsehsignal beim Biathlon vor Ort", erzählt er.

Aufgewachsen ist Mark in der nördlichen Oberpfalz. Nach seiner Ausbildung beim Regensburger Regionalsender TVA zog es ihn in die Medien- und Fernseh-Metropole Köln. Dort lebt er berufsbedingt seit 2004, inzwischen mit Frau und Tochter. Der Kontakt in die Oberpfalz ist aber nie abgerissen. Das hört man schon an seinem Dialekt, in dem er erzählt, wie er "die Qualifikation" geschafft hat: Der für Biathlon zuständige Regisseur ist ein alter Bekannter. "Mit ihm war ich zum Beispiel bei den Ski-WMs 2013 in Schladming und 2015 in Beaver Creek in den USA", berichtet Mark. "Vergangenes Jahr waren wir bei der Biathlon-WM in Hochfilzen zusammen." Als der Regisseur für Olympia verpflichtet wurde, habe der sein bewährtes Team mitgenommen.

Tatsächlich hat sich Mark in den vergangenen Jahren einen guten Ruf in der Sportberichterstattung erarbeitet. Als Spezialist ist er rund um die Welt im Einsatz. Bei der vergangenen Eishockey-WM in Russland bediente Mark ebenso eine Kamera wie bei der Fußball-WM in Brasilien. Trotz dieser Erfahrung geht es dem Oberpfälzer aber wie den Sportlern: "Olympia ist nochmals besonders."

In Südkorea ist Mark für die Superzeitlupen-Aufnahmen der Athleten vor, während und nach dem Schießen zuständig. Er habe den Auftrag Emotionen, Missgeschicke, Fehler beim Nachladen festzuhalten. Am Samstag fing er zum Beispiel Bundestrainer Gerald Hönig ein, als der mit der Becker-Faust Dahlmeiers Goldmedaille feierte. Eine seltene Aufnahme, denn der Stoiker Hönig zeigt selten solche Emotionen.

Von den Spielen hat Gerald Mark bislang einen guten Eindruck, Seit Anfang vergangener Woche ist er vor Ort. "Die Organisation ist top." Ein Bus bringt das Team vom etwa eine Stunde entfernten Hotel zum Einsatz beim Biathlonstadion. Dort folgen zunächst Sicherheitscheck und der Test der Ausrüstung. "Wegen der Kälte muss man bei der Technik gut aufpassen." Dann gibt es nochmal ein Essen. Zwei Stunden vor dem Wettkampf nimmt Mark dann seinen Platz an der Kamera ein. Bisher laufe alles entspannt ab. Für jemanden, der den Weltcup in Ruhpolding kennt, fehlt nur eines: "Zuschauer hab ich noch nicht viele gesehen."

Mark selbst hat sich das Zuschauen jedoch fest vorgenommen. Vier freie Tage gibt der enge Terminplan her. Die will er nutzen, um den olympischen Geist ohne Arbeitsstress zu erleben. "Vielleicht schaue ich mir die Snowboard-Events an. Die Halfpipe ist zu Fuß etwa 20 Minuten von meinem Hotel entfernt."

Zurückhaltend gibt sich Mark, wenn er auf den Kontakt zu den Sportlern angesprochen wird. Er ist es gewohnt, dass ihm Superstars über den Weg laufen. Auch in Korea treffe man ständig bekannte Gesichter. "Aber ich suche den Kontakt nicht. Die haben hier schließlich etwas anderes vor und sind auf ihre Wettkämpfe fokussiert."

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