04.04.2018 - 11:16 Uhr
PüchersreuthOberpfalz

Näherinnen führen selbstgemachte Oberpfälzer Tracht vor Tradition in neuem Gewand

Knöpfe aus Metall, keine Reißverschlüsse und klassische Rocklängen: Die Oberpfälzer Tracht ist besonders. Das erleben die Teilnehmerinnen von zwei Nähkursen bei der Handarbeit.

Stolz präsentieren die Frauen des Nähkurses ihre Trachtenvariationen beim Vorführabend im Landgut Federkiel in Rotzendorf. Bilder: dtr (2)
von Redaktion OnetzProfil

Rotzendorf. Die Näherinnen stellten ihre selbst erschaffenen Unikate beim Vorführabend im Landgut Federkiel in Rotzendorf vor. Schon seit 15 Jahren bietet der Brauchtumsarbeitskreis Neustadt/WN die Trachtennähkurse an. In etwa 25 Stunden lernten die Frauen, wie aus den gut 200 Jahre alten Dirndl-Vorlagen mit dem richtigen Stoff und handwerklichem Geschick die erneuerte Oberpfälzer Tracht entsteht. Maria Enslein organisierte die Kurse. Ihr Einsatz machte es möglich, die Nähsäle des staatlichen Berufsbildungszentrums in Neustadt zu nutzen. Sie erreichte auch eine Bezuschussung der Kursgebühr durch den Bezirk Regensburg. Die ausgebildete Trachtenschneiderin Edeltraud Wild aus Gaisthal leitete die Kurse.

"Es ist schön zu sehen, dass es so Narrische wie die Maria gibt", meinte stellvertretender Bezirksheimatpfleger Hans Wax. Obwohl zwei Tage vor seinem Ruhestand, ließ er es sich nicht nehmen, aus Regensburg anzureisen. Es sei ihm eine Freude zu sehen, mit welchem Engagement sich Enslein und Wild für den Erhalt der Oberpfälzer Tradition einsetzen. Eine Einlage auf dem Dudelsack verwehrte er den Gästen nicht. Das Instrument sei passend: "Genau wie die Oberpfälzer Tracht hat auch der Dudelsack eine über 200-jährige Geschichte."

"Es gibt einige Besonderheiten bei der erneuerten Tracht", sagte Enslein. So dürften die Knöpfe nur aus Metall gefertigt sein, Reißverschlüsse seien verboten und auch an die klassischen Rocklängen müsse man sich halten. Diese Vorgaben unterstützen den Erhalt der Tradition und ermöglichen die bezuschusste Kursgebühr. Langweilig wird das Gewand davon nicht. Die Stoffvielfalt ist enorm und wird meist auf Augen- und Haarfarbe abgestimmt. Auch ob ein- oder zweiteilig entscheiden die Teilnehmerinnen selbst. Fortgeschrittene Trachtenliebhaber würden ihre Stücke sogar mit Perlen besticken.

"Die Dirndl sind ein Kulturgut und die Arbeiten oft sehr aufwendig", sagte die Organisatorin. Da stecke viel Herzblut dahinter. Die Freude an der fertigen, passenden Tracht lasse die Mühe schnell vergessen. Das bestätigten auch die Kursteilnehmer, die aus allen Ecken der Oberpfalz angereist waren. Die einzigartigen Trachten seien nicht mit denen von der Stange vergleichbar. Die Kombinationsmöglichkeiten seien unbegrenzt. Manche Teilnehmerinnen hatten die neuen Künste genutzt, um Ehemänner und Kinder mit einem Unikat auszustatten.

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