Neues Sagenbuch der Gesellschaft Steinwaldia Pullenreuth
„Bräuhausgeist“ trifft „Bergmännlein“

Die Neuausgabe versucht die zahlreichen Sagen aus dem westlichen Landkreis Tirschenreuth zusammenzufassen. Der Steinwald als Mittelpunkt und das südliche Fichtelgebirge und das Waldnaabtal wurden als eine räumliche Einheit aufgenommen. Repro: stg
Kultur
Pullenreuth
02.12.2016
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Es ist ein riesiger Schatz, der da im Steinwald verborgen liegt: Die Gesellschaft Steinwaldia Pullenreuth hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Reichtümer zu bergen und für die Nachwelt zu erhalten. Aktuell erschienen ist das Buch "Aus dem Sagenschatz des Steinwaldes vom südlichen Fichtelgebirge bis ins Waldnaabtal". Auf über 260 Seiten werden Sagen und Erzählungen präsentiert, die untrennbar mit der Heimat verbunden sind.

Unveröffentlichte Texte

Grundlage für das Buch waren die älteren, zum Teil vergriffenen Sagen-Ausgaben von Johann B. Lehner ("Land und Leute am Steinwald") und Harald Fähnrich ("Sagen und Legenden im Landkreis Tirschenreuth"). Auch unveröffentlichte Sammlungen von Franz Xaver Schönwerth sind enthalten. Rudolf Arndt steuerte Feder-Zeichnungen bei, von Wolfgang Schödel, Helmut Greger und Alfred Schiener stammen die Farb-Bilder. Bearbeitet und mit zahlreichen Erklärungen sowie Anmerkungen versehen worden ist das Buch von Harald Fähnrich.

Das Buch, das im Verlag der Buchhandlung Bodner Pressath erschienen ist, zeichnet sich durch eine klare Struktur aus. Im ersten Abschnitt geht es um "Allgemeine Sagen", es folgen die thematisch und gegliederten Sagen aus dem Steinwald, von der Kösseine, die "Hankerl-Sagen", die Sagen derer von Notthafft sowie die Sagen vom Armesberg. Auch den einzelnen Ortschaften der Region können Sagen zugeordnet werden, nach insgesamt 17 Kommunen im Landkreis Tirschenreuth sind die Geschichten und Erzählungen aufgegliedert.

So erklärt sich aus den zu Papier gebrachten Geschichten, dass der Räuberfelsen seinen Namen von jenem "räuberischen Gesindel" hat, das sich dort aufgehalten habe. Erstaunliches erfährt der Leser auch über den Schlossberg bei Waldeck, wo in früheren Zeiten der sogenannte "Bräuhausgeist" sein Unwesen getrieben haben soll. Bei Pullenreuth hingegen sollen immer wieder "Bergmännlein" erschienen sein - ihre Anwesenheit deutete stets auf ein gutes Jahr hin. Interessante Geschichten und Erklärungen gibt es unter anderem auch zum "Pesttor" in Waldershof, zur Erklärung des Ortsnamens Muckenthal bei Wiesau, zu den Herren von Falkenberg und zu den Schatzgräbern von Erbendorf.

Brauchtum im Steinwald

Ein eigenes Kapitel in dem Buch befasst sich mit dem Volksbrauchtum im Steinwald: Darin wird berichtet von Amuletten und Sympathiemitteln, vom "Gertrudenbüchlein" sowie vom Brotbacken in Waldershof. Interessant zu lesen ist auch das Nachwort von Harald Fähnrich, in dem sich dieser auf die Spur der Literaturgattung Sage begibt und zu einer Erklärung beziehungsweise Klassifizierung von Dämonensagen, Historischen Sagen und Erklärungssagen beiträgt. Die Sage, erklärt Fähnrich, sei "Kulturgut des Volkes".

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Das Buch ist in einer Auflage von 2000 Exemplaren erschienen und im Buchhandel oder bei steinwaldia@web.de für 19,90 Euro erhältlich.
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