20.11.2017 - 20:00 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Bürgerversammlung in Trevesen Wegzüge schmerzen

Viele Investitionen, weniger junge Bürger, Geburtenrückgang und anstehende Bauprojekte sind Thema bei der Bürgerversammlung der Gemeinde Pullenreuth in Trevesen.

Bürgermeister Hubert Kraus bei der Bürgerversammlung. Bild: twg
von Autor TWGProfil

Trevesen/Pullenreuth. Die dritte von vier Bürgerversammlungen der Gemeinde Pullenreuth fand im Ortsteil Trevesen statt, zu der sich 40 Bürger aus der Gemeinde sowie die Gemeinderäte im Haus der Vereine eingefunden hatten. Bürgermeister Hubert Kraus informierte zuerst über die Einnahmen der Gemeinde im Jahr 2017, diese belaufen sich auf insgesamt 2 541 330 Euro.

Den Einnahmen stehen Ausgaben in Höhe von 2 814 800 Euro gegenüber. Die wichtigste Einnahmequelle stellt die Einkommensteuerbeteiligung mit 690 000 Euro dar, der größte Posten an Ausgaben übernimmt die Kreisumlage mit 736 000 Euro. Die Rücklagen betragen voraussichtlich zum Jahresende 86 832,70 Euro. Der zu erwartende Schuldenstand wird laut Kraus auf 2 332 663,18 Euro beziffert. Das bedeutet eine Pro-Kopf-Verschuldung von circa 1329,91 Euro. Das heißt, dass die Gemeinde Pullenreuth in 2017 wieder eine Menge Investitionen getätigt hat. Eine Stabilisierungshilfe aber habe man nicht erhalten, laut dem Bürgermeister, "weil es uns so gut geht".

Die Harmonie im Gemeinderat, zeigen die 89 einstimmigen von insgesamt 96 Beschlüssen. Bürgermeister Kraus bedankte sich bei seinen Räten für die gute Zusammenarbeit, "es mache viel Spaß". Anschließend erläuterte er die Investitionen der Gemeinde, bei denen die Straßenbaumaßnahmen den größten Faktor darstellen. Der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Pullenreuth-Funkenau-Tannenhäusl wird Ende 2017 fertiggestellt. Der Ausbau Lochau-Neuhof wurde bereits im September abgeschlossen und auch die aufwendigste Straßenbaumaßnahme Höll-Leimgruben wird Ende des Jahres erledigt sein. Im Frühjahr 2018 wird die Straße Haselbrunn-Neuköslarn saniert.

Als weitere Investition erläuterte Kraus den Breitbandausbau und zeigte an den Ortsverzeichnissen, welche Teile der Gemeinde noch besser angebunden werden müssen. Die energetische Sanierung des Bürger- und Jugendzentrums in Pullenreuth (ehemalige Turnhalle), wird Anfang 2018 in Angriff genommen, der Abschluss ist im Herbst 2018 geplant. Auch auf den aktuellen Stand der Fortschreibung der Dorferneuerung ging der Kraus ein, zum Beispiel bei der grünen Mitte soll es einen Abriss geben und der Platz begrünt und gepflastert werden, ebenfalls wird das Kindergartenumfeld neu gestaltet.

Erfreulich sei in diesem Jahr, dass vier Bauanträge an die Gemeinde Pullenreuth gestellt worden sind. Dies ist ein Rekord, im Vergleich zu den Jahren 2013 bis 2015, in denen kein Antrag gestellt wurde. 2016 war es lediglich einer. Die Zahl der Geburten sank im Jahr 2017 auf nur vier, im Vorjahr waren es noch elf. Drei Ehen wurden geschlossen und 19 Sterbefälle sind zu verzeichnen. Die Gemeinde Pullenreuth zählt zurzeit 1730 Einwohner, 46 Zuzügen stehen 64 Wegzüge gegenüber. Leider gäbe es in der Gemeinde zu wenige Mietwohnungen, meinte Kraus. Es täte ihm weh, wenn junge Leute aus Platzgründen die Gemeinde verlassen. Auch deswegen gebe es immer weniger junge Leute in Pullenreuth.

Die Gewerbeanmeldungen im Jahr 2017 sind gestiegen, diese betragen acht, drei Abmeldungen stehen dem gegenüber. Auch bei den Übernachtungszahlen ist eine Steigerung ersichtlich, 4280 waren es im vergangenen Jahr, 2016 nur 3635. In der Gemeinde Pullenreuth gibt es zurzeit 31 Arbeitslose, vor Ort gibt es 280 Arbeitsplätze. Die letzte Bürgerversammlung der Gemeinde Pullenreuth findet am Mittwoch, 29. November, um 20 Uhr im Gasthof Dragoner in Höll statt.

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