06.02.2018 - 20:10 Uhr
Pullenreuth

Hochwaldquellen vor Sanierung

Viel zu tun hatten die Pullenreuther Gemeinderäte in ihrer ersten Sitzung des Jahres. Los ging es mit der geplanten Sanierung der Hochwaldquellen.

von Autor TWGProfil

Bürgermeister Hubert Kraus begrüßte Ingenieur Markus Münchmeier aus Erbendorf. Dieser erläuterte die Kostenzusammenstellung. Aufgrund der nachlassenden Schüttungsleistungen und zur Vorbeugung gegen bakterielle Belastungen sollen die Quellen der Wasserversorgung Pullenreuth saniert werden, zumal sie das wichtigste Standbein der Wasserversorgung darstellen.

Die gesamte Maßnahme erstreckt sich auf die Hochwaldquellen eins bis vier und die Fuchslohquelle, welche bereits im Frühjahr 2018 erneuert werden soll, was bisher nicht möglich war, da das Wasserangebot nicht ausreichend erschien. Münchmeier legte im Gemeinderat eine Entwurfsplanung für die Sanierung der Hochwaldquellen eins und zwei vor, drei und vier wurden bereits komplett saniert, was laut Münchmeier gut funktionierte. Er informierte über die Wege und Zufahrten zu den Quellen, über den Zustand der alten Schächte, die Beschaffenheit und den Aufbau des geplanten Sammelschachts sowie über die entstehende Baukosten. Die Sanierungskosten belaufen sich im Jahr 2018 für die erste Quelle, auf 55 400 Euro.

Für die Hochwaldquelle zwei sind für die Komplettsanierung 55 300 Euro vorgesehen. Zu den Gesamtbaukosten in Höhe von 110 700 Euro summiert sich noch das Ingenieurhonorar von voraussichtlich 25 000 Euro. Zu den Gesamtbaukosten, die über die Verbesserungsbeiträge abgerechnet werden, kommen noch die nachträglich festgestellten Sanierungskosten hinzu, die als Unterhalt abgerechnet werden. Für die Hochwaldquelle eins 27 200 Euro, für die Hochwaldquelle zwei, 5600 Euro und für einen Sammelschacht 34 500 Euro. Durch die Erneuerung des Quellsammelschachts entstehen weitere Ingenieurkosten von 5000 Euro. Somit ergibt sich eine Gesamtsumme von voraussichtlich 208 000 Euro netto.

Gemeinderat Dietmar Gärtner wollte wissen, ob man denn dann 30 Jahre Ruhe habe. Siegfried Sirtl beschäftigte die Frage, ob die Erneuerungen auch gleichzeitig eine Erhöhung der Schüttung bedeute und ob diese in naher Zukunft ausreichen würden. Münchmeier erklärte, dass es durch die Sanierung keine Probleme mehr mit Wurzeln geben würde, auch Verockerungen stellen keine Schwierigkeit mehr dar.

Das Wasserproblem würde für die Gemeinde nur im Sommer auftreten. Laut Münchmeier gibt es keine Alternative für die Renovierung, da keine neuen Quellen dazu kämen. Außerdem könne man sich in der Gemeinde glücklich schätzen, da man hier über ein ausgezeichnetes Trinkwasser verfüge, welches direkt aus dem Steinwald kommt und keine Nitratbelastung aufweist.

Dem konnte Gemeinderat Hans Wopperer nur zustimmen, man müsse die Sanierungen schon aufgrund der Forderungen seitens des Gesundheitsamtes vornehmen. Siegfried Sirtl sprach an, dass man die Kosten auf den Wasserpreis umlegen müsse und nicht auf die Grundstückseigentümer, man müsse die Allgemeinheit einbeziehen. Dadurch werde aber die Wasserabnahme rückläufig, laut Wopperer, denn sobald der Wasserpreis steigt, sparen die Bürger und der Wasserverbrauch gehe zurück. Nach eingehender Beratung beschlossen die Gemeinderäte einstimmig die Entwurfsplanung. Der Bürgermeister wird beauftragt, die Vergabe dem wirtschaftlichsten Bieter zu übergeben.

Markus Münchmeier gab noch einen Ausblick auf den Zustand der Wasserversorgungsleitung Trevesen/Lochau. Bei der Naßlohquelle bekomme man ein hygienisches Problem, da hier ebenfalls der Sammelschacht nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Durch eine Kamerabefahrung konnte ein guter Zustand der Quelle erkannt werden. Auch bei der Schindelschlagquelle käme eine Erneuerung des Schachts auf die Gemeinde früher oder später zu. Diese Vorhaben werden aber noch rausgeschoben, ein Beginn der Sanierungen wird 2019 oder 2020 in Betracht gezogen.

Gebühren neu geordnet

Auch ein "Neuerlass einer Satzung über die Erhebung von Verwaltungskosten für Amtshandlungen im eigenen Wirkungskreis der Gemeinde Pullenreuth" stand auf der Tagesordnung. Aufgrund einiger Änderungen im kommunalen Kostenverzeichnis wird die Satzung neu erlassen. Eine Änderung der Gebühren für Zweitschriften, bisher betrug diese 5 Euro, auf nunmehr 15 Euro, wollten die Gemeinderäte nicht anerkennen. Einstimmig legten sie 10 Euro fest. Die Gebühren in Sachen "Wohnungsaufsicht und Veranlassung der Beseitigung von Missständen" wurde geändert in "Zweckentfremdung von Wohnraum" mit Gebühren von 50 bis 2500 Euro.

Die Gebühr für eine "Anordnung der Beseitigung von Missständen" wurde ganz gestrichen, ebenfalls für den Vollzug des Telekommunikationsgesetzes (hier für die Kosten für die Zustimmung zur Benutzung öffentlicher Wege). (twg)

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