17.08.2017 - 20:00 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Bastian Reichl darf in der Karibik mit Delfinen schwimmen: Eine Freundin mit Flossen

Das Abenteuer beginnt für Bastian Reichl schon am Flughafen. Es ist das erste Mal, dass der Zehnjährige die Wolken von oben anschauen kann. Das Gewackel im Flugzeug macht ihm sogar Spaß. Auf der Karibikinsel Curaçao erwartet den jungen Pullenreuther ein noch größeres Abenteuer - mit einer Länge von 2,50 Meter. Der Bub darf mit Delfin "Nubia" schwimmen. Es dauert nicht lange, bis er die sechs Jahre alte Dame mit Flossen in sein Herz geschlossen hat. Ermöglicht haben ihm diese Therapie bekannte, aber auch viele fremde Menschen. Denen will die Familie Reichl von ganzem Herzen danken.

Bastian Reichl aus Pullenreuth hat eine neue Freundin: Delfin-Dame "Nubia". Das Tier und Therapeuten haben dem zehnjährigen Bub geholfen, dass er seine linke Hand nun besser nutzen und sich länger konzentrieren kann. Bild: exb
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Bastian Reichl hat es in seinem Leben nicht einfach. Er sitzt im Rollstuhl, kann kaum sehen und leidet unter starken Muskelkrämpfen und epileptischen Anfällen (wir berichteten). Die Eltern, Sandra und Wolfgang, hoffen, dass die Therapie in der Karibik ihrem Bastian hilft. Zurück in Deutschland sind die Pullenreuther selbst überrascht, wie gut Delfinschwimmen und Krankengymnastik auf der Insel ihrem Kind getan hat. "Seine linke Hand hatte er immer mehr zur Faust geballt", beschreibt die 31-jährige Mutter die Situation vor der zweiwöchigen Therapie. "Jetzt setzt er sie besser und auch spontan ein."

Mit Massagen und Stimulation durch weiche und härtete Bälle trainierten die Therapeuten mit Bastian, seine linke Hand mehr zu nutzen. Auch mit "Nubia" übte der Bub. Wie ein Hund brachte die Delfin-Dame den Ball zurück, den der Zehnjährige zuvor weggeschoben hat. Die Reichls sind sich sicher, dass die Therapie geholfen hat. "Wir haben ein Therapiefahrrad und da hat er die linke Hand immer weg, aber jetzt lässt er sie auch länger am Lenker", erzählt die Pullenreutherin stolz. Auch seine Konzentration sei besser geworden.

Wieder daheim vermisst der Zehnjährige seine neue Freundin besonders, wenn er die Fotos anschaut. Dann will er zurück in die Karibik. Und sein Wunsch geht vielleicht nächstes Jahr schon in Erfüllung, denn das Geld auf dem Spendenkonto reicht sogar für zwei Delfintherapien. "Ohne die Spenden wäre es nicht möglich gewesen", betont Sandra Reichl dankbar.

 

 

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