26.03.2018 - 15:22 Uhr
Pullenreuth

Humor und Hintergründe

Fragt ein Christ den anderen: "Wurde bei euch früher vor dem Essen ein Tischgebet gesprochen?" Antwortet der eine: "Natürlich." Entgegnet der andere: "Bei uns nicht, meine Mutter konnte kochen." Aber darf man eigentlich Witze mit religiösem Hintergrund machen? Warum nicht - wenn sie gut sind.

Zwei Vortragsreisende in Sachen religiöse Witze: Pfarrer Alfons Forster aus Michldorf (rechts) und NT-Redakteur Manfred Hartung sorgten auf der Glasschleif für herzhafte Lacher. Bilder: lpp (2)
von Autor LPPProfil

Unterhaltsam, hintergründig, mit Tiefgang, mit überraschenden Entwicklungen und vor allem humorvoll war der Abend mit Pfarrer Alfons Foster aus Michldorf und NT-Redakteur Manfred Hartung aus Weiden auf dem Kulturbuan der Glasschleif. Die Gesellschaft Steinwaldia hatte die beiden Vortragsreisenden eingeladen, um die Frage zu beantworten: "Hat Gott Humor?" Die Protagonisten hatten vor drei Jahren eigentlich nur einen einzigen Auftritt bei der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Weiden vorgesehen. Nun haben sie in Pullenreuth den 14. Termin erfolgreich absolviert.

Das gut eingespielte Duo widmete sich an diesem Abend heiteren Geschichten und Episoden quer durch die Konfessionen. Im Mittelpunkt standen nicht platte Pointen, sondern allzu menschliche christliche und jüdische Schwächen, die Forster und Hartung wunderbar persiflierten. Das Publikum bekam auch eine große Portion Hintergrundwissen mit auf den Nachhauseweg. Zum Beispiel über Viktor Frank, den Begründer der Logotherapie. Die Nazis hatten den Neurologen und Psychiater ins KZ gesperrt. Um diesen Wahnsinn zu überleben, zwangen sich die Insassen des Blocks, sich gegenseitig Witze zu erzählen, um sich die Freiheit im Kopf zu bewahren.

Lachen ist gesund, Lachen stärkt das Immunsystem. Ein Baby lacht rund 500 Mal am Tag, ein Erwachsener nur noch etwa 15 Mal im Schnitt - der an diesem Abend jedoch deutlich angehoben wurde. Humor ist Medizin, Witze das Werkzeug der kleinen Leute, sich gegen die Großen zu wehren. Witze zünden im Kopf. Auch Albert Einstein war sich dieser Tatsachen bewusst und erzählte seinem depressiv gewordenen Papagei Witze, die es auch in Buchform gibt. An diesem Abend wurde übrigens eindeutig geklärt, dass Jesus Student war: "Er hatte lange Haare, lebte mit 30 noch zu Haus - und wenn er was gearbeitet hat, war es ein Wunder."

Musikalisch begleiteten Veronika Hille am Hackbrett und Heidi Panzer auf der Zither vom Zitherclub Erbendorf den Abend. Die beiden Damen lieferten die absolut passende Begleitmusik. Norbert Reger, Vorsitzender der Steinwaldia, dankte den Akteuren des Abends und überreichte ihnen das Sagenbuch der Gesellschaft. Das Publikum dankte mit herzlichem Applaus. (Blickpunkt)Ein Bub hat inständig um ein neues Fahrrad gebetet. Als er merkte, dass Gott so nicht funktioniert, hat er eins gestohlen und Gott um Verzeihung gebeten.

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