11.04.2017 - 17:38 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Telefonanschluss in Pullenreuth seit Juni 2016 gestört Tote Leitung wiederbeleben

"Alles ist in Ordnung, trotzdem geht nichts." Auf diesen absurd erscheinenden Nenner bringt Matthias Philbert seine Fehde mit der Telekom. Seit Sommer vergangenen Jahres konnten seine Großeltern, die im Erdgeschoss des Zwei-Familien-Hauses in Lochau mit der Hausnummer 34 wohnen, nur gelegentlich telefonieren. Seit Januar ist die Leitung völlig tot. Die Senioren waren gezwungen, vom klassischen Telefon auf ein Handy umzusatteln, das sie aber nicht im Telekom-Laden gekauft haben.

Dieses Provisorium sollte eigentlich das technische Kommunikations-Problem der Familie Philbert in Lochau lösen. Pustekuchen. Bild: exb
von Manfred Hartung Kontakt Profil

"Alles begann mit der Sanierung der Dorfstraße", erinnert sich der 38-jährige Spengler, der im ersten Stock desselben Hauses wohnt. Vom Ortsschild bis zur Dorfmitte wurde aufgegraben für einen neuen Kanal und für Hausanschlüsse. Anfang September waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Und fertig mit den Nerven war schön langsam Matthias Philbert, der sich stellvertretend für Opa (89) und Oma (81) mit der Telekom anlegte, da die Großeltern am liebsten ihre Ruhe haben und einfach ab und zu telefonieren wollen.

Die Leitung für das Erdgeschoss war seit Juni 2016 immer wieder gestört. Mal tageweise, mal eine ganze Woche oder einen ganzen Monat. "Acht- bis zehnmal waren Techniker im Auftrag der Telekom vor Ort", resümiert Philbert. Ihre einhellige Bilanz: "Im Haus ist alles o.k." Wo der Fehler wirklich liegt, weiß keiner.

Ein Rettungsversuch des Anbieters in Form einer provisorischen Leitung, die über einen Acker und das Kellerfenster des Nachbarn führte, brachte keine echte Entspannung in die inzwischen aufgeladene Atmosphäre. Stundenlange Callcenter-Kontakte auch nicht. "Im Januar ist es mir dann zu bunt geworden", sagt Philbert. Er stornierte Lastschriften und schickte sogar Protest-Mails an die Vorstandsetage. Einmal kam eine Mahnung über 20 Euro, die die Großmutter schließlich überwies. Dieses Geld holte sich Matthias Philbert wieder zurück. Weitere Inkasso-Versuche gab es bis dato nicht.

Ein Sprecher der Telekom schob den Schwarzen Peter auf die Gemeinde Pullenreuth. "Wir wurden gebeten zu warten, bis Feldarbeiten erledigt sind. In vier Wochen werden wir das Problem lösen." Bürgermeister Hubert Kraus schüttelt den Kopf: "Wir haben die Telekom nie aufgefordert zu warten, sondern auf eine schnelle Lösung gedrungen."

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