25.04.2014 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Babyleiche am Donau-Ufer: Mord-Prozess gegen Mutter startet am Mittwoch "Aus egoistischen Motiven"

von Autor AHSProfil

Ab Mittwoch, 30. April, muss sich eine mittlerweile 20-jährige Verkäuferin aus Saal an der Donau (Kreis Kelheim) vor dem Landgericht Regensburg wegen Mordes verantworten. Es sind 16 Verhandlungstage angesetzt, das Urteil wird Anfang Juli erwartet. Im Falle einer Verurteilung droht der jungen Frau eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.

Der Fund eines toten, neugeborenen Jungen im April vergangenen Jahres sorgte in der Region für große Betroffenheit. Ein Spaziergänger hatte im Bereich des Sportboothafens an der Donau im Wasser einen blau-weiß geblümten Korb entdeckt. In diesem lag unter einem grün-weiß-karierten Halstuch die Leiche eines Säuglings. Zwei Wochen nach dessen Entdeckung wurde die Angeklagte verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Mitte Juni wurde die Verkäuferin in das Bezirksklinikum Straubing überstellt, wo sie sich auch heute noch aufhält. Erst Ende des Jahres wurde der Leichnam durch die Staatsanwaltschaft freigegeben.

Den Ermittlungen zu Folge hatte die Angeklagte das Kind bereits im Februar vergangenen Jahres - unbemerkt von ihren Angehörigen - in ihrem Zimmer in der elterlichen Wohnung zur Welt gebracht. Die Obduktion ergab, dass der Säugling bereits rund eine halbe Stunde nach der Geburt erstickt wurde. Danach wurde ihm mit einem Teppichmesser ein Schnitt versetzt, der die Halsvene und Luftröhre durchtrennte. An dieser Verletzung verblutete der Bub. Was dann bis zu dessen Auffinden zwei Monate später mit ihm geschah liegt noch im Unklaren, da die Angeklagte hierzu beharrlich schweigt.

Laut Staatsanwaltschaft handelte die Mutter aus egoistischen Motiven. Der Anklageschrift nach soll die Angeklagte wohl davon ausgegangen sein, dass der kleine Erdenbürger im Kreis der Familie - von der sie sich selbst oft unverstanden fühlte - aufwachsen soll, wobei sie in die Erziehung mit eingebunden wird. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie deshalb den Entschluss gefasst haben soll, ihr Kind zu töten um weiter unbeschwert ihrem ausschweifenden Lebensstil frönen zu können.

Nach der Auskunft des Verteidigers Michael Haizmann (Regensburg) wird das Verlesen zahlreicher Gutachten breiten Raum im Prozess einnehmen. Es ist auch nicht auszuschließen, dass die Öffentlichkeit zumindest zeitweise ausgeschlossen wird.

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