29.04.2014 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Ladung nicht eingegangen: Verfahren gegen Auto-Brandstifter in Regensburg auf 12. Mai vertagt Prozess zündet noch nicht

Der Prozess gegen einen mutmaßlichen Feuerteufel ist für zwei Wochen ausgesetzt worden. Der 47 Jahre alte Angeklagte, der vor einem Jahr zehn Autos in Regensburg und Bad Abbach angezündet haben soll, war nach eigenen Angaben nicht ordnungsgerecht vom Landgericht Regensburg eingeladen worden.

Am 12. Mai muss der Angeklagte (Mitte) erneut in das Regensburger Landgericht geführt werden. Bild: dpa
von Autor AHSProfil

Seit Montag steht der 47-Jährige aus dem westlichen Landkreis Regensburg - der sich als "gekündigter Briefträger und Privatier" bezeichnet - vor der 7. Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Richterin Bettina Mielke. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vorsätzliche Brandstiftung in zehn Fällen vor - in zwei Fällen davon versuchte schwere Brandstiftung.

Sofort nach Verlesen der Anklageschrift meldete sich der Angeklagte selbst an seinem Verteidiger vorbei zu Wort und beantragte, das Verfahren gegen ihn auszusetzen, da er bis zur Stunde keine Ladung erhalten habe. Zudem rügte er, dass man ihm bei seiner Verlegung in das Bezirksklinikum Straubing vor zwei Wochen alle seine persönlichen Sachen, sowie Kopien der Ermittlungsakten abgenommen habe mit dem Hinweis, "je eher er sich öffnen würde, um so schneller würde er auch seine Dinge zurück bekommen. So habe er sich nur in Teile der 2685 Seiten umfassenden Akte einlesen können.

Der Angeklagte war am 31. Juli letzten Jahres festgenommen worden und befand sich zunächst für fünf Monate in Untersuchungshaft. Anfang dieses Jahres wurde er ins Bezirksklinikum Regensburg überstellt. Als es dort zu Problemen kam, wurde er vor vier Wochen nach Straubing verlegt. Zu den Tatvorwürfen selbst hüllt er sich auf Anraten seines Verteidigers Michael Haizmann in Schweigen.

Meistens am Freitag

Sieben Monate hielt im vergangenen Jahr ein Feuerteufel die 20-köpfige Sonderkommission "Autobrand" - in die auch ein Profiler des Polizeipräsidiums München eingebunden war - auf Trab, die rund 500 Hinweisen aus der Bevölkerung nachging. Meist freitags wurden im Stadtgebiet und Landkreis Regensburg sowie in Bad Abbach überwiegend teure Autos angezündet. Dabei wurden Brandbeschleuniger verwendet, die Reifen und den Motorraum in Brand setzten. Auch wurden auch zwei Carports in Mitleidenschaft gezogen. In zwei weiteren Fällen bestand zudem die Gefahr, dass das Feuer auf Wohngebäude übergreift, weshalb insoweit die Anklage auf "schwere Brandstiftung" lautet. Insgesamt 14 Fahrzeuge wurden in der Zeit von Januar bis April vergangenen Jahres ein Raub der Flammen. Insgesamt entstand ein Sachschaden von 412 500 Euro.

Am schlimmsten wütete das Feuer am 6. April im Stadtteil Neuprüll. Hier gerieten in einer Duplex-Garage ein Audi A 6, ein BMW 320 i und ein Renault Megane in Vollbrand. Die Garage wurde dabei vollständig zerstört. Zusätzlich wurden ein neben der Garage abgestelltes Krad KTM und ein Kleintransporter Marke Citroën durch den Brand beschädigt. Nur durch die schnelle Brandentdeckung und das rasche Eingreifen der Berufsfeuerwehr Regensburg und den Freiwilligen Feuerwehren Graß und Oberisling konnte ein Übergreifen des Brandes auf das unmittelbar angebaute Wohnhaus verhindert werden. Allein hier belief sich der Sachschaden auf rund 143 000 Euro.

14 Verhandlungstage

Nach eineinhalbstündiger Unterbrechung sah sich die Strafkammer außer Stande, dem Angeklagten den Zugang der Ladung nachzuweisen. Der Prozess musste daher ausgesetzt werden und wird am 12. Mai nochmals neu beginnen. Zu einem Verzicht auf die Einhaltung der Ladungsfrist konnten die Richter den Angeklagten nicht bewegen. Verteidiger Haizmann forderte zudem, dass das Bezirksklinikum angehalten wird, die Akten an seinen Mandanten heraus zu geben. Für den Prozess selbst sind zunächst 14 Verhandlungstage vorgesehen.

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