25.07.2014 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Sparkassen-Angestellter soll 1,6 Millionen Euro in die eigene Tasche gesteckt haben Kunden verlieren Millionen

von Autor AHSProfil

Seit Donnerstag muss sich ein 56-jähriger früherer Angestellter der Sparkasse Regensburg vor der 7. Strafkammer des Landgerichts Regensburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeklagten - der seit einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt - 124 Fälle der Untreue, davon zehn Fälle mit Vermögensverlust großen Ausmaßes, zur Last.

Ins Rollen gebracht hat das Verfahren die Sparkasse, nachdem bei zwei Kundenkonten Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. Daraufhin trennte sich das Geldinstitut fristlos von dem Mitarbeiter, der vermögende Privatkunden betreute. Weitere Untersuchungen ergaben, dass der Angeklagte von 2008 bis 2013 überwiegend betagte Privatkunden getäuscht und durch Umbuchungen oder Barabhebungen um 1 591 555,35 Euro geschädigt hatte. Den Kunden selbst entstand durch Ausgleichszahlungen kein Schaden, aber dem Geldinstitut.

Der Anklageschrift zufolge ging der 56-Jährige äußerst professionell vor. Um nicht aufzufallen verwendete er die Gelder auch, um bei anderen Kunden Löcher zu stopfen. Dabei bediente er sich gefälschter Saldobestätigungen und EDV-Ausdrucke über nicht vorhandene Guthaben.

Freimütig bekannte der Berater, dass er vor etwa 20 Jahren zu zocken begann und - zunächst im Familienkreis - bis zu 700 000 Euro veruntreute. Er habe sich mit hochspekulativen Börsengeschäften ruiniert, sagte er und räumte die ihm zur Last gelegten Taten ein. Ihm droht eine Freiheitsstrafe zwischen viereinhalb und fünfeinhalb Jahren. Der Prozess wird am 5. August fortgesetzt.

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