09.05.2017 - 12:15 Uhr
RegensburgOberpfalz

Im Kletterwald Regensburg die Grenzen austesten – Naturerlebnis der besonderen Art Kick fürs Selbstbewusstsein

Vorsichtig und hochkonzentriert tastet sich Mia Schritt für Schritt voran. Der Abstand vom Seil bis zum Boden kann für eine Sechsjährige schwindelerregend sein, selbst wenn er nur rund zwei Meter beträgt. Das spiegelt sich nicht nur im Gesicht der Erstklässlerin wider. „Mein Herz buscht voll“, kommentiert sie ihre Nervosität.

von Abenteuer FamilieProfil

Doch die Hilfe suchenden Blicke zu Mama und Papa werden von Minute zu Minute und mit jedem Meter, den sie zurücklegt, seltener. Mias Miene entspannt sich zusehends. Und am Ende ist das Mädchen nur noch mächtig stolz darauf, was sie geleistet hat.

Der „Zauberwald-Parcours“, auf dem Mia ihre Hochseilgarten-Premiere mit Bravour absolviert hat, ist nicht nur Kindern vorbehalten. „Auch erwachsene Einsteiger können hier gut üben“, erklärt Geschäftsführer Florian Schmöller, der zusammen mit seiner Ehefrau Theresa Owusu den Regensburger Kletterwald im Rieglinger Forst vor acht Jahren eröffnet hat.

Insgesamt 36 Mitarbeiter und 34 Trainer sind auf dem rund 18 000 Quadratmeter großen Gelände damit beschäftigt, Besuchern ab vier Jahren erlebnisreiche Stunden zu bescheren. Die Trainer, allesamt bei der European Ropes Course Association (ERCA) ausgebildet, rekrutieren sich in der Mehrzahl aus Studenten, die im Kletterwald jobben. Sie sorgen unter anderem dafür, dass sich die Besucher in den insgesamt sieben Abenteuer-Parcours und einen Team-Parcour mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden sicher fortbewegen können.

Kinder können ihre ersten Kletterversuche auf einfacheren Strecken unternehmen oder an Waldführungen teilnehmen, bei denen sie auch Rätsel lösen müssen.

Zudem balancieren natürlich ebenso viele Erwachsene zwischen den Bäumen des Rieglinger Forstes (Gemeinde Sinzing) umher. „Im Kletterpark kann man seine eigenen Grenzen austesten“, beschreibt Florian Schmöller den Reiz der Einrichtung. Die Besucher könnten in der Natur intensiv Sport treiben und ihr Selbstbewusstsein stärken. „Außerdem werden Koordination und Motorik geschult.“

Zurück mitten ins Geschehen: Helga ist mit einigen Freunden im Kletterwald unterwegs. Obwohl es nicht das erste Mal für sie ist, fühlt sich die 47-Jährige anfangs nicht besonders wohl in ihrer Haut. Kurzzeitig ist die Anspannung vor einer anspruchsvollen Aufgabe in schwindelerregender Höhe so groß, dass ein paar Tränen fließen.

„Los, das schaffst du“, motivieren die Kletter-Kollegen – und nach kurzer Zeit „schnackelt“ es bei Helga. Das Ende vom Lied: Die anfängliche Skepsis wandelt sich in überschäumende Begeisterung, den abschließenden „Flying Fox“ absolviert sie mit lautem Siegesgebrüll. „Wir hatten hier schon etliche schöne Erlebnisse“, weiß auch Florian Schmöller. „Viele Leute, die schon bei der Sicherheitsunterweisung geschwitzt haben, haben das Ganze dann super gemacht und sind mit großem Ego heimgegangen.“ Die Tatsache, etwas geschafft zu haben, das man sich zuvor nicht zugetraut hat, gebe einen regelrechten „Kick fürs Selbstbewusstsein“.

Zudem werde im Kletterwald das Miteinander geschult, betont der Geschäftsführer der Einrichtung. Die Besucher müssten sich in den Parcours helfen und gegenseitig das Vertrauen stärken.(puh)

Weitere Informationen: www.kletterwald-regensburg.de

Kooperation mit Walderlebniszentrum

Gleich neben dem Regensburger Kletterwald befindet sich das Walderlebniszentrum, mit dem die Einrichtung im Rieglinger Forst zusammenarbeitet. Hier können die Besucher unter anderem Wald- führungen mitmachen. Die staatliche Institution bietet ein umfang- reiches Jahresprogramm an und feiert zweimal im Jahr ein großes Wald-Fest mit vielfältigen Aktivitäten für Groß und Klein.(puh)

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