11.04.2016 - 02:10 Uhr
RegensburgOberpfalz

75. Geburtstag von Benno Hurt Tiefe Blicke ins Herz der Wirklichkeit

Von Peter Geiger

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Regensburg. Regensburg. Belichter, Dichter, Richter: Die Sprache bringt im Modus des Reims das zusammen, was sich in der Person des Regensburger Autors Benno Hurt zum Gesamtbild fügt. Heute feiert er, der Begriffe wie "Abblenden" oder "Schärfentiefe" zu Schlüsselwörtern seiner dichterischen Poetologie gemacht hat, seinen 75. Geburtstag.

Schon Mitte der 1960er Jahre war er in Erscheinung getreten, hatte in Walter Höllerers Literaturzeitschrift "Akzente" veröffentlicht und im Carl-Hanser-Verlag mit "Der Frühling der Tage" einen Erzählband veröffentlicht. Neben Wolf Wondratschek und Rolf Dieter Brinkmann galt er als hoffnungsvolle Stimme seiner Generation. Nach dem Jurastudium entschloss er sich aber, Jugendrichter zu werden.

So also entstand neben seinem Hauptberuf ein respektables Erzählwerk, das die Gegenwart der Bundesrepublik porträtierte und vor zwei Jahren in den im Deutschen Taschenbuchverlag erschienenen Roman "Die Richterin" mündete. Sie - Judith S. genannt - trägt unverkennbar Züge ihres Autors, darf aber gleichzeitig nicht mit ihm verwechselt werden. Mit Hilfe ihrer Kamera schafft sie einen utopischen Lebensentwurf und erzeugt so Pixel und Puzzleteile, die zusammengefügt mit realer Erfahrung das Bild eines Lebens ergeben, das sie so nie geführt hat und das sie so nie führen wird. Mit seinem Erzählband "Der Samt der Robe" (erst kürzlich im Viechtacher lichtung-Verlag wieder erschienen) da schaut Benno Hurt ganz tief hinein ins Innenleben dieser Kontrollorgane.

Und berichtet aus diesem Mikrokosmos, von Wachtmeistern, Schöffen und Richtern, von luftgetrockneten Schinken und Schweinshaxen. Beim Ersterscheinen des Bandes hatte noch ein Betroffener geklagt und so die Auslieferung behindert. Der Qualität dieses nach allen Regeln der Erzählkunst durchkomponierten 200-Seiten-Bandes hat dies keinen Abbruch getan.

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