24.01.2007 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Ausstellung "Bewegungserinnerung" im Leeren Beutel in Regensburg zeigt Werke des Nürnberger ... Peter Kampehl - ein zeichnender Maler

von Susanne WolkeProfil

Dr. Herbert Schneidler ist begeistert: "Hier wird eine Welt geschaffen, wo man Ruhe findet und dem Kunstgenuss mal wieder richtig freien Lauf lassen kann." Es sind die Bilder von Peter Kampehl, die es dem Leiter der Städtischen Galerie Regensburg so angetan haben.

Rund 40 Werke aus den vergangenen sieben Schaffensjahren des Nürnberger Künstlers sind derzeit im "Leeren Beutel" unter dem Titel "Bewegungserinnerungen" zu sehen.

Linien und Punkte

Peter Kampehls quadratische Bilder zeigen Linien und Punkte. Mal organisch, mal konstruktiv zu Netzen verflochten, "auf jeden Fall aber höchst meditativ", so Schneidler. "Einen zeichnenden Maler" nennt er Peter Kampehl, für den die Linie Gefühls- und Ausdruckselement ist. "Bewegungserinnerung": Der Titel der Ausstellung orientiert sich am Namen einer der beiden Werkgruppen, die in Regensburg ausgestellt sind. "Das Zeichnen hat ein körperliches Bewusstsein", äußert sich Peter Kampehl zu dem 2006 entstandenen Zyklus. "Es ist mit Bewegungen und der Erinnerung daran verbunden."

Solche Bewegungserinnerungen seien bei einem Maler abgespeichert wie bei einem Musiker die Noten. "Nur sind es beim Maler keine Noten sondern grafische Mittel." Ein Bezug zur Musik findet sich in Kampehls Bildern häufig. Wenn er große Linien mit kurzen abgehackten Strichen vermischt, dann nennt er das "Stakkato".

"Das Zeichnen ist für mich ein rhythmisches Geschehen", sagt der Künstler, der auch zeitweise als Jazz-Pianist gearbeitet hat. Ein Vergleich mit Wassily Kandinsky, dessen Kompositionen aus Farben und Linien sich ebenfalls stark an der Musik orientieren, liegt hier nahe.

Herbert Schneidler sieht noch einen weiteren Maler, der sich in den Werken Kampehls widerspiegelt: "Linie, Punkte, Bänder", die zweite in Regensburg vertretene Werkgruppe, erinnere in ihrer Ordnung und Geometrie an den Konstruktivisten Piet Mondrian. Kampehl zeigt hier meist großformatige abstrakte Gebilde: Netz- und Gitterstrukturen, die aus kleinsten Quadraten, Dreiecken und den immer wiederkehrenden Punkten und Linien konstruiert sind.

Ein Prozess von etwa 30 Jahren war es laut Peter Kampehl, der ihn zu seiner Darstellungsform gebracht hat. Der 1947 in Fürth geborene Maler, der als freischaffender Künstler in Nürnberg lebt, schuf anfangs gegenständliche Bilder. "Aber irgendwann hat mich das Außenrum mehr interessiert", erzählt er. Als Beispiel nennt Kampehl einen nassen Hund, der sich schüttelt. "Ich wollte hier nicht den Hund zeigen, sondern die Wassertropfen."

Meditative Bilder

An diesem Punkt setzte die Abstraktion des Künstlers Kampehl ein. Inspiration aus der Wirklichkeit holt sich Kampehl aber nach wie vor von einem Ultraschallbild ebenso wie von Früchten oder Pflanzen. Die Eindrücke verarbeitet er in Linien und Punkten zu seinen meditativen Bildern.

Die Ausstellung "Peter Kampehl. Bewegungserinnerung. Malerei von 1999 bis 2006" ist bis zum 11. März in der Städtischen Galerie "Leerer Beutel" zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr, Faschingsdienstag von 10 bis 12 Uhr. Am 4. März findet um 11 Uhr ein Künstlergespräch mit Peter Kampehl statt.

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