03.02.2017 - 20:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Ausstellung im Kunstkabinett Regensburg Die dunkle Seite der spanischen Kunst

"España", prangt es da in kräftig geschriebenen Lettern. Darunter eine bunte Abbildung von Joan Miró. Sonderlich leicht ist die aktuelle Ausstellung in der Regensburger Galerie Kunstkabinett dennoch nicht. Von mediterraner Lebensfreude kaum eine Spur. "So sind die Spanier nicht", weiß Marianne Schönsteiner-Mehr.

Marianne Schönsteiner-Mehr eröffnete die Ausstellung im Kunstkabinett gemeinsam mit Dr. Ferran Ferrando Melià, dem Direktor des Instituto Cervantes in München. Bild: Wolke
von Susanne WolkeProfil

Eduardo Chillida, Antonio Saura und Antoni Tàpies liefern dafür den Beweis. Alle drei Künstler sind in der Schau neben dem populären Miró zu sehen. Eine Auswahl an Papierarbeiten der allesamt gegen Ende des 20. Jahrhunderts verstorbenen Künstler zeigt dunkle spanische Kunst: geprägt vom Widerstand gegen das Franco-Regime und der Auseinandersetzung mit einem streng katholischen Erbe.

In düsteren Tönen

Die sieben Todsünden etwa sind ein Motiv, mit dem sich Antonio Saura auseinandergesetzt hat, wenn auch im Stile des Comics. Auch die Kreuzigung ist ein Leitmotiv des Künstlers, der stets in düsteren Tönen malte. Antoni Tàpies widmete sein Werk den Bedrohungen des 20. Jahrhunderts.

Es ist keine leichte Kost, die Marianne Schönsteiner-Mehr ihrem Publikum da vorsetzt. Das weiß die Galeristin selbst. "In ihrer Wucht und Düsternis ist seine Malerei faszinierend und verstörend zugleich", sagt sie etwa zu Antonio Saura. Über Eduardo Chillida bemerkt sie: "Seine Arbeiten sind nicht gefällig oder schön im herkömmlichen Sinn des Wortes - und möchten es auch nicht sein." Und über Antoni Tàpies: "Seine Kunst ist schroff." Letzterer ist ein besonderer Schützling Marianne Schönsteiner-Mehrs. Schon einige Male hat sie den mit Sand, Schlamm und Erde arbeitenden Künstler dem Regensburger Publikum vorgesetzt. Das erste Mal habe sie dabei kein einziges Blatt, verkauft, erzählt die Galeristin. Doch Marianne Schönsteiner-Mehr glaubte an Tàpies, der sich mittlerweile zu einem der Großen des 20. Jahrhunderts aufgeschwungen hat. Auch die anderen Vertreter der zeitgenössischen spanischen Kunst waren bereits früher bei ihr zu sehen.

Auf ihre aktuelle Ausstellung, die vor allem Arbeiten aus den 1980er Jahren zeigt, ist Marianne Schönsteiner-Mehr besonders stolz. Nicht nur dass sie die Nachfahren von Velázquez, El Greco und Goya würdig präsentiert.

Direkt aus Paris

Der Fokus auf die Thematik ist zudem einzigartig in der Umgebung. Das Kunstkabinett sei der einzige Ort in Regensburg, der Tàpies, Chillida und Saura jemals gezeigt habe, hebt Marianne Schönsteiner-Mehr hervor. Die Blätter der jetzigen Ausstellung kommen direkt aus Paris.

Dass es bei alledem nicht zu dunkel wird, dafür sorgt der bekannteste Künstler der Gruppe: Joan Miró, dem breiten Publikum bekannt wie nur wenige andere seines Genres, bringt Farbe in die Ausstellung. Und nicht umsonst dient eine seiner Arbeiten als Aushängeschild der Schau. Über seiner "Copa del Mundo" ist klar zu lesen: "España".

Service

Die Ausstellung mit Papierarbeiten von Eduardo Chillida, Joan Miró, Antonio Saura und Antoni Tàpies läuft bis zum 28. März im Kunstkabinett Regensburg, Untere Bachgasse 7. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 14 Uhr. Weitere Infos gibt es unter Telefon 0941/57856

Weitere Informationen unter www.kunstkabinett.com.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.