18.09.2017 - 20:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Ausstellung Stefan Bircheneder bei "Art Affair" Vom Charme verfallener Gebäude

Hyperrealistisch malte Stefan Bircheneder ja schon immer. Die neuesten Arbeiten des Regensburger Künstlers allerdings gehen in die Richtung eines Trompe-l'oeil. Seiner Vorliebe bleibt Bircheneder dabei trotzdem treu: Wahrhaft augentäuschend widmet er sich in seinen jüngsten Arbeiten Arbeiterspinds aus Fabriken.

Stefan Bircheneder widmet sich bei "Art Affair" in Regensburg seinem Vorzugsthema Industriegebäude auf mehrerlei Weise. Bild: Wolke
von Susanne WolkeProfil

Dabei beschränkt sich Bircheneder nicht mehr nur auf die Malerei. Echte Vorhängeschlösser oder Scharniere machen das Zuordnen hier ausgesprochen schwierig: Was ist echt, was ist gemalt? Ölgemälde und Bildobjekte Stefan Bircheneders sind derzeit bei "Art Affair" zu sehen. "Nur für Personal" heißt die Schau in der Regensburger Galerie. Der Titel bezieht sich auf den Werkzyklus, der im Mittelpunkt der Präsentation steht: Spinds mit allem drum und dran. Also mit Rostflecken, Playmates und Aufklebern des BVB - alles täuschend echt aufgemalt."Stereotypisiert", so bezeichnet Stefan Bircheneder das Bild, das er hier vom allgemeingültigen Arbeiter zeichnet. "Max Mustermann" steht als Namensschild auf einem der Spinde.

"Nur für Personal"

Zudem geht es dem Künstler hier um die Privatsphäre - und zwar sowohl konkret im winzigen Spind als auch übertragen aufs ganze Leben. "Nur für Personal", der Titel lässt sich in mehrfacher Hinsicht auslegen.Seit einiger Zeit kreiert Stefan Bircheneder seine dreidimensionalen Rauminstallationen. Die Spinde sind aus Leinwänden zusammengebaut. Zudem gibt es in der Schau bei "Art Affair" aber auch Bircheneders romantische Bilder verlassener Fabrikruinen. Romantisch daher, da sich nicht nur Bircheneder selbst durchaus mit Caspar David Friedrich vergleicht. Malte ersterer gerne Kirchenruinen, so widmet er sich dem besonderen Charme verfallener Industriegebäude. Eine Schokoladenfabrik, vom stolzen Besitzer einst wie ein Schloss mit verspielten Türmchen errichtet und jetzt nur noch eine Abfolge leerer Räume mit hie und da einem vergessenen Stuhl. Produktionshallen, bei denen die Löcher in den Dächern die Einsturzgefahr deutlich vor Augen führen. Männerumkleiden mit herausgerissenen Wandfliesen: Etliche der nun bei "Art Affair" gezeigten Bilder entstanden in der ehemaligen DDR.

Keine Figuren

Die romantische Erhabenheit ergibt sich hier - anders als bei Caspar David Friedrich - durch das Fehlen jeglicher menschlicher Figuren. Die Stefan Bircheneder eigene Lichtführung und der über eine abbildgetreue Darstellung hinausgehende Hyperrealismus tun ihr Übriges. Die Ölgemälde des Künstslers entführen regelrecht in andere Sphären. Weniger poetisch, dafür bodenständiger sind die nachgebauten Spinds. Aber hier gilt: "Nur für Personal."

Service

Die Ausstellung "Nur für Personal. Ölgemälde und Bildobjekte von Stefan Bircheneder" läuft bis zum 21. Oktober in der Galerie Art Affair, Neue Waag Gasse 2 in Regensburg. Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 11 bis 13 und von 14 bis 19 Uhr, Samstag von 11 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. Weitere Infos gibt es unter Telefon 0941 5999591 oder unter www.art-affair.net.

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