17.01.2017 - 17:10 Uhr
RegensburgOberpfalz

Ausstellung über Rudolf Maison Ein Bildhauer steht wieder auf

Das Historische Museum in Regensburg widmet dem im wahrsten Sinne großartigen Bildhauer Rudolf Maison eine Schau. Für die Ausstellung gilt dabei das gleiche wie für Maison selbst: Man schöpft aus dem Vollen.

Das Historische Museum besitzt die größte Sammlung an Werken des gebürtigen Regensburger Künstlers Rudolf Maison. Bild: Wolke
von Susanne WolkeProfil

Für die Macher der Regensburger Schau hat dies einen triftigen Grund. Rudolf Maison, der 1854 in Regensburg-Steinweg geboren wurde, ist ein Sohn der Stadt. Und zwar einer, der als künstlerischer Autodidakt beharrlich seinen Weg ging - welcher ihn schließlich in die vorderste Reihe der Bildhauerkunst im Wilhelminischen Kaiserreich führte.

Dass Maison schon bald nach seinem frühen Tod - er starb 1904 im Alter von nur 49 Jahren - nahezu in Vergessenheit geriet, hat seine Gründe in der politisch-künstlerischen Ecke. Was nicht bereits im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war - Maison schuf viele öffentliche Arbeiten - fiel "dem Kunstverständnis der Nachkriegsjahre zum Opfer", so der Begleittext zur Regensburger Schau. Ein Beispiel dafür ist das bereits bei seiner Aufstellung umstrittene Reiterstandbild Kaiser Friedrichs III. in Berlin. Das Standbild steht beispielhaft für Maisons Schaffen.

Odin und die Rheintöchter

Auch die Ausstellung im Historischen Museum zeigt ganze Reihen monumentaler Skulpturen. Siegfried, Wotan, Odin und die Rheintöchter: Es sind bevorzugt Götter und Helden, die Maison in seinem aus der Natur schöpfenden und überaus dynamischen Stil schuf. Auch Mohren und andere "edle Wilde" waren ein bevorzugtes Motiv.

Allerdings: Die oft geradezu umwerfenden Arbeiten Maisons sind in der Regensburger Schau vornehmlich als Gipsentwürfe zu bewundern. "Mit den politischen Umwandlungen des 20. Jahrhunderts änderte sich die Wertschätzung und der Umgang mit den empfindlichen Stücken", räumt man vonseiten des Historischen Museums ein.

Viele Arbeiten Maisons seien im Laufe der Zeit unter meist unbekannten Umständen verschwunden. Und tauchten oft auf dem Kunstmarkt wieder auf. Dort nämlich sind vor allem die Salonplastiken Maisons nach wie vor begehrt. Diese kleinformatigen Arbeiten im Geschmack des Fin de Siècle wurden seinerzeit vielfach reproduziert - der Bildhauer lieferte unter anderem Vorlagen für Firmen wie Rosenthal und WMF.

Dass Regensburg über 100 Jahre nach Maisons Tod überhaupt eine mehr oder weniger reumütige Sonderschau zeigen kann, verdankt das Historische Museum einer großzügigen Schenkung. 1913 übergab Maisons Witwe Emma dem Haus große Teile des künstlerischen Nachlasses ihres Mannes. Der Grund: Rudolf Maison zog zwar mit 14 Jahren nach München. Seiner Geburtsstadt blieb er aber zeitlebens verbunden. "Viele der Stücke blieben den Augen der Öffentlichkeit mehr als 100 Jahre lang verborgen", dazu steht man im Historischen Museum. Immerhin versuchte man später, den Regensburger Maison-Bestand durch gezielte Ankäufe wieder aufzustocken.

Größte Sammlung

Mittlerweile kann sich das Historische Museum damit rühmen, die größte Sammlung an Werken des Künstlers zu besitzen. Die aktuelle Ausstellung hebt den Bildhauer endgültig wieder auf den Sockel der allgemeinen Gunst. Die Schau wird begleitet von einem Katalog, der dem Bildhauer nicht weniger würdig ist als die Präsentation selbst.

Die Ausstellung

"Rudolf Maison (1854-1904) - Bildhauer für König, Kaiser und andere ,kunstliebende Laien'" läuft bis zum 2. April im Historischen Museum in Regensburg (Dachauplatz 2-4). Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10 bis 16 Uhr. Geschlossen ist am 28. Februar.

___

Weitere Informationen:

www.regensburg.de/Kultur/Museen

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.