12.10.2017 - 18:30 Uhr
RegensburgOberpfalz

Ausstellung um Donau-Einkaufszentrum Modernes Jagen und Sammeln

"Alle Kaufhäuser werden zu Museen werden und alle Museen zu Kaufhäusern": Da war sich schon Andy Warhol seinerzeit sicher. Im Donau-Einkaufszentrum ist das momentan Wirklichkeit.

McDonald's und Mel Ramos: Die Ausstellung "Shopping" im Donau-Einkaufszentrum präsentiert Pop Art.
von Susanne WolkeProfil

Das Donau-Einkaufszentrum feiert Jubiläum. Seit 50 Jahren gibt es nun das Shopping-Paradies in Regensburg, seinerzeit das erste seiner Art in Deutschland. Treffend gewählt ist daher das Thema der Jubiläums-Kunst-Ausstellung. "Shopping" lautet der Titel der aktuellen Schau auf der großen Ausstellungsfläche des Einkaufszentrums.

Marketingtechnisch geschickt deckt das DEZ damit zwei seiner fundamentalen Säulen gleichzeitig ab. Zunächst natürlich das Einkaufen. Daneben aber auch das Konsumieren von Kunst in einer zwanglosen Atmosphäre. Denn das ist ein Anliegen des Donau-Einkaufszentrums von Anfang an: "Wir wollen keine kühle Verkaufsmaschine sein", betont Geschäftsführer Thomas Zink. Als "vitaler Ort der Begegnung" macht das DEZ bei regelmäßigen Ausstellungen die Begegnung mit regionalen Künstlern bis hin zu internationalen Klassikern möglich.

Dass es im Bereich der modernen Kunst auch die Pop Art gibt, passt diesmal ganz ausgezeichnet. Gemeinsam mit Galeristin Dr. Andrea Madesta präsentiert das Donau-Einkaufs-Zentrum seinen Besuchern nun eine Kunst, die sich seit den 1950-er Jahren provokativ eindeutig mit dem Thema Konsum beschäftigt. Neben großformatig aufs Blatt gebrachten Suppendosen findet der Passant im DEZ derzeit allerlei zum Kunstwerk erhobene Markenembleme, Klamottenfetische und lüsterne Weiber als Höhepunkt der Huldigung im Tempel des Konsums.

Die Auswahl der gezeigten Pop-Art-Vertreter ist bunt. Mit dabei sind Bilder und Skulpturen der Urväter Andy Warhol, Roy Lichtenstein oder Tom Wesselmann. Daneben hat Kuratorin Andrea Madesta aber auch zeitgenössische Schützlinge ihrer eigenen Galerie mit eingestreut: Arbeiten von Mr. Brainwash oder Nina Rike Springer zeigen den Stand der Pop Art in der Gegenwart. Sonderpositionen wie die Surrealistin Meret Oppenheim oder der Eat-Art-Spitzbub Daniel Spoerri sprengen außerdem die Grenzen zwischen Pop Art und populärer Kunst. "Der Akt des Kaufens, das moderne Jagen und Sammeln, wird zum spirituellen und kreativen Bekenntnis unserer Lifestyle-Gesellschaft." Wem diese Worte Dr. Andrea Madestas überspitzt vorkommen, der beachte ein Statement Andy Warhols: "Alle Kaufhäuser werden zu Museen werden und alle Museen zu Kaufhäusern", war sich der Künstler seinerzeit sicher.

Zum Teil hat sich diese Prophezeiung in Regensburg bewahrheitet. Das Donau-Einkaufszentrum ist nicht nur Kaufhaus, sondern auch Museum. Und das seit 50 Jahren.

Service

Die Ausstellung "Shopping" mit Werken internationaler Künstler von 1962 bis heute läuft bis zum 28. Oktober im Donau-Einkaufszentrum Regensburg, Weichser Weg 5, auf der Ausstellungsfläche im zweiten Flur. Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 9.30 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. (wsu)

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