02.03.2010 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Ausstellung von Armin Mueller-Stahl bis 6. Juni in der Städtischen Galerie "Leerer Beutel" in ...: "Malen und Schauspielerei gehören zusammen"

"Alle Kunst will Musik werden" heißt die Ausstellung von Armin Mueller-Stahl im "Leeren Beutel". Bild: Wolke
von Susanne WolkeProfil

Er selbst wolle etwas im Schatten stehen und eher seine Bilder im Vordergrund sehen, sagt Armin Mueller-Stahl als es darum geht, ihn zu portraitieren. Ein bescheidenes Anliegen, dem im sogleich einsetzenden Blitzlichtgewitter natürlich keine Folge geleistet wird. Es dürfte bitter sein für den Maler, der den meisten Menschen vor allem als international gefeierter Filmstar bekannt ist. Aber Armin Mueller-Stahl als Person stiehlt seinen eigenen Werke die Schau.

Großer Andrang

Zumindest an diesem regnerischen Vormittag in der Städtischen Galerie "Leerer Beutel" in Regensburg. Die Eröffnung einer Kunstausstellung steht an - und entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten strömt das Publikum schon eine Stunde vorher in die Museumsräume.

Der Grund für den großen Andrang ist wohl die hohe Qualität der Ausstellung, wie man mit gutem Willen vermuten kann. "Alle Kunst will Musik werden" lautet der Titel der Schau. Gezeigt werden Gemälde, Zeichnungen und Grafiken von Armin Mueller-Stahl. Insgesamt 150 Werke, manche davon gerade erst vollendet, präsentieren das Werk des Künstlers in einer bisher nie da gewesenen Breite.
Dunkle, durch schlaglichtartige Reflexe erleuchtete Bilder zumeist, die die Bewunderung des Malers für Rembrandt erahnen lassen. Akte, Dämonen, Erinnerungen an den Tod von Michael Jackson, dann wieder Dustin Hofmann beim Tangotanzen.

Seit rund zehn Jahren präsentiert Mueller-Stahl seine Bilder zunehmend in der Öffentlichkeit. Ein malender Schauspieler also? "Nein", klärt der fast 80-Jährige geduldig auf. Die Malerei habe es für ihn schon viel früher gegeben, schon immer eigentlich. Schauspieler sei er ursprünglich im Andenken an seinen Vater geworden. Als Versorger einer siebenköpfigen Familie habe dieser seinen Traum von der Schauspielerei nie verwirklichen können. Als der Vater dann wenige Tage vor Kriegsende gefallen ist, beschloss sein Sohn, diesen Weg für ihn zu beschreiten. "So ist das gewesen", schließt Mueller-Stahl seine Erzählungen aus der eigenen Jugend. Im Übrigen gehören das Malen, die Schauspielerei und auch das Schreiben und Musizieren für ihn zusammen. Rollen, die er nicht selbst gespielt hat, hat Mueller-Stahl als Bilder festgehalten: Richard III, Hamlet, den Urfaust - viele sind es nicht. Denn was der Schauspieler in Filmen und im Theater dargestellt hat, überschreitet seiner eigenen Ansicht nach alle Maßen.
Freundlich wirkt Armin Mueller-Stahl. Weise, gelassen und auf eine erfrischende Art respektlos vor seinem eigenen Werk. "Ich stehe häufig vor Bildern, die berühren mich null - auch vor meinen eigenen", gibt er unumwunden zu. Ähnliches gelte für seine Filme. "Etliche habe ich mir gar nicht angeschaut". Warum auch? "Ich habe einfach keine Lust darauf." "Momo" zum Beispiel - "nie gesehen".

"Es ist mir eine Ehre"

Eine gewisse Fassungslosigkeit unter Kennern, dass sich der große Mueller-Stahl mit seiner bislang umfangreichsten Ausstellung ausgerechnet in die Provinz begibt, teilt der Künstler mit solch einer Einstellung natürlich nicht. Ob er sich nicht gewundert habe, dass die Anfrage ausgerechnet aus Regensburg kam, will ein angereister Journalist wissen. "Es ist mir eine Ehre, hier auszustellen", erwidert Mueller-Stahl.

Zu verdanken ist die Schau letztendlich den guten norddeutschen Beziehungen von Dr. Reiner Meyer. Über das Kunsthaus Lübeck konnte der Leiter der Städtischen Galerie, der die Ausstellung kuratiert hat, den Kontakt zu Mueller-Stahl herstellen. Und damit den "Leeren Beutel" seinen Namen endlich einmal lügen strafen.
Die Ausstellung "Alle Kunst will Musik werden" mit Malerei, Zeichnung und Grafik von Armin Mueller-Stahl ist bis 6. Juni in der Städtischen Galerie "Leerer Beutel" in Regensburg zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr (geöffnet auch am Ostermontag und Pfingstmontag, geschlossen am 2. April und 1. Mai). Begleitet wird die Schau von einem interessanten Rahmenprogramm. Weitere Informationen unter Telefon 0941 / 507-2440.

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