Ausstellung "Wunden der Welt" zeigt im "Leeren Beutel" in Regensburg Bilder aus Krisengebieten
Dem Krieg ins Auge geblickt

Kultur
Regensburg
30.04.2013
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Ausstellungen mit Bildern der Fotoagentur "Magnum" gab es schon viele. Die Macher der Schau, die nun im "Leeren Beutel" in Regensburg zu Gast ist, mussten sich also etwas einfallen lassen. Das Ergebnis ist nicht gerade erbauend, dafür aber bewegend: Krieg spielende Kinder in Algier. Eine Frau aus Nicaragua, die ihren toten Ehemann auf einem Karren nach Hause zieht. Iranische Frauen bei Schießübungen mit der Pistole.

"Wunden der Welt" lautet der Titel der Wanderausstellung, die derzeit in der Städtischen Galerie in Regensburg zu sehen ist. Es ist eine fotografische Reise durch mehr als 70 Jahre Kriegs- und Krisengeschichte. Die erste Ausstellung, die sich allein auf das Thema konzentriert, das dem fotografischen Auftrag von "Magnum" wohl am nächsten kommt.

"Das Weltgeschehen beobachten, politische Geschichten aus der Nähe dokumentieren:" Mit diesem Auftrag ziehen Fotografen der 1947 in New York offiziell gegründeten Agentur "Magnum Photos" in die Welt, um Kriegsopfer, hungernde Kinder und Revolutionsführer vor die Kamera zu bringen.
Es ist nicht das einzige Themengebiet der einst von Robert Capa, Henri Cartier-Bresson und Kollegen ins Leben gerufenen Fotografengemeinschaft. Dass aber der sterbende Kämpfer aus dem Spanischen Bürgerkrieg so ziemlich das bekannteste Bild aus dem Hause "Magnum" ist, spricht für sich. Die Abbildung, die den 22-jährigen Milizionär Federico Borrell García im Augenblick seines Todes zeigt, ist auch im "Leeren Beutel" zu sehen. Ebenso wie andere Abbildungen, die sich ins öffentliche Gedächtnis eingegraben haben.

Vom Spanischen Bürgerkrieg bis zum Arabischen Frühling spannt sich der Bogen der dokumentierten Kriegs- und Krisenschauplätze. Die Arbeit geht den Kriegsberichterstattern nicht aus. 363 aktuelle Krisen zähle man derzeit weltweit, berichtete der Kunsthistoriker Thomas Becker, der die Einführungsrede zur Schau hielt. 28 davon würden als Kriege eingestuft. Um bei den Zahlen zu bleiben: 60 Journalisten kamen allein im vergangenen Jahr an ebendiesen Schauplätzen ums Leben. Dass die Motive der todesmutigen Fotografen mitunter über die der verantwortungsvollen Dokumentation hinausgehen, verdeutlicht in der Ausstellung ein Zitat von Don McCullin. "Es war der kürzeste Weg zum Erfolg", erklärt dieser seine Hinwendung zum Kriegsjournalismus. "Ich wollte auf die große Bühne, als Fotograf international bekannt werden." Und das funktionierte mit Kriegsfotografien eben besser als mit Bildern des Alltags. Fotografen gibt es viele. Man muss sich etwas einfallen lassen.

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Die Ausstellung ist bis 16. Juni in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel, Bertoldstraße 9, in Regensburg zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr.
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