Austropop-Musiker Ulli Bäer über Historie und Erfolg von "Austria3"
"Austria 3" erfolgreich als "Wir 4"

"Wir4", die Original-Band von Austria3, kommt am 20. Januar nach Roth und am 21. Januar nach Regensburg. Die Kulturredaktion hat sich im Vorfeld mit Ulli Bäer (2.v.r.) über den Mythos Austria3 unterhalten.
Kultur
Regensburg
11.01.2018
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"Wir 4", die Original-Band von "Austria 3", kommt im Januar nach Roth und Regensburg. Die Kulturredaktion hat sich im Vorfeld mit Ulli Bäer (rechts) über den Mythos "Austria 3" unterhalten. Bild: Stiegler

20 Jahre ist es her, dass die Austropop-Legenden Ambros, Fendrich und Danzer zum ersten Mal als "Austria 3" gemeinsam auf einer Bühne saßen. Die Formation gehört längst der Geschichte an, Georg Danzer ist bereits 2007 verstorben. Die Musik von "Austria 3" ist aber noch allgegenwärtig, großen Anteil daran hat die Band "Wir 4".

Roth/Regensburg. Dahinter verbirgt sich nicht eine x-beliebige Coverband, sondern das sind die vier Originalmusiker, die ab 1997 gemeinsam mit Ambros/Fendrich/Danzer unterwegs waren - also praktisch "die Austria 3-Band". Nun kommen Ulli Bäer, Gary Lux, Harald Fendrich und Harry Stampfer nach Bayern - und zwar am Samstag, 20. Januar (20 Uhr), in die Kulturfabrik Roth und am Sonntag, 21. Januar (19 Uhr), ins Audimax Regensburg . "Unser Jubiläumsprogramm - Das Beste von Austria3 - soll eine Art Verbeugung vor großen Musikern und noch größerer Musik sein", erzählt Ulli Bäer.

Gerne blickt der heute 62-Jährige zurück auf den Dezember 1997, als einmaliges Event im Theater an der Wien sei der Auftritt geplant gewesen. "Mit den Einnahmen aus dem Benefizkonzert sollte ein Haus für Obdachlose finanziert werden", sagt Bäer. Unter den Zuhörern war damals Konzertveranstalter Fritz Rau aus Deutschland, der dann auf das Management der Künstler zugegangen ist, um die Formation für Konzerte in Deutschland zu gewinnen. "Wir haben dann 1998 natürlich vor allem im süddeutschen Raum gespielt, aber auch in Hamburg", erinnert sich Bäer.

Krönendes Ende

Es schloss sich eine Österreich-Tour an mit dem krönenden Ende im Juni beim Donauinsel-Fest vor etwa 250 000 Zuschauern. "Und da dachten wir uns alle eigentlich: OK, das war's jetzt!". Die Realität sah dann aber trotzdem ganz anders aus: Jedes Jahr, bis schließlich 2006, war die Formation unterwegs. Im Juli desselben Jahres ging das letzte Konzert von "Austria 3" über die Bühne. Kurz darauf erkrankte Georg Danzer an Krebs, einen letzten gemeinsamen Auftritt von Danzer, Ambros und Fendrich gab es im April 2007 in Wien, wenige Monate nach diesem "Comeback"-Auftritt erlag Danzer seiner Krankheit.

Tiefer Einschnitt

Auch für Ulli Bäer war der Tod Danzers ein tiefer Einschnitt, über 14 Jahre lang haben sie gemeinsam musikalisch gearbeitet. Die Musik von "Austria 3" nimmt auch heute noch einen großen Stellenwert im Schaffen Bäers ein, der in den neun Jahren von "Austria 3" nicht nur Gitarrist, sondern auch der Kapellmeister der Formation war. Seit über fünf Jahren hat er sich mit Gary Lux, Harald Fendrich (der Bruder von Rainhard) und Harry Stampfer als "Wir 4" zusammengetan. "Wir versuchen, das Liedgut von 'Austria 3' in demütiger, aber doch auf eigene Art und Weise zu pflegen und zu interpretieren", erklärt Bäer. Deshalb werden die Zuhörer bei den beiden Konzerten in Roth und Regensburg auch ausschließlich Titel von "Austria 3" hören.

Kann sich Bäer eigentlich den Erfolg von "Austropop" in Deutschland, besonders in Bayern erklären? "Naja, von der Sprachmelodie sind wir ziemlich ähnlich, da stimmt einfach die Chemie!" Auch wenn manche Medien in Österreich schon das Ende des "Austropop" heraufbeschworen hätten, müsse man in der Realität erkennen, dass alles immer noch sehr gut funktioniere. "Das Publikum bestimmt, was gut ist und was ihm gefällt. Das ist bei Euch in Bayern sicher auch nicht anders", denkt Bäer. Der Austropop sei ein Lied- und Kulturgut, das man pflegen sollte.

Ob es jemals wieder so etwas wie "Austria 3" geben wird? "Ich mag das gar nicht in Frage stellen, aber bislang war das schon etwas Einzigartiges!" Es sei ja auch für viele überraschend gewesen, dass es mit den drei "Alpha-Tieren" Danzer, Fendrich und Ambros überhaupt und dann noch so lange geklappt habe. Bäer: "Die neun Jahre mit 'Austria 3' war die bisher schönste musikalische Zeit in meinem Leben!" Den Gitarristen können die Fans übrigens im Jahr 2018 noch mehrmals in Deutschland erleben, denn im Herbst ist er mit Gert Steinbäcker ("Das erste S von STS") in Bamberg, Würzburg, Nürnberg und München auf Tour.
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