06.09.2017 - 21:48 Uhr
RegensburgOberpfalz

Brand verzögert Eröffnung Noch keine Geschichte

Einen Streifzug durch 200 Jahre Bayern will das Museum der Bayerischen Geschichte seinen Besuchern künftig ermöglichen. Wann der Neubau in Regensburg eröffnet werden kann, ist nach einem Brand weiterhin nicht absehbar. Ein erstes Exponat gibt es aber schon.

Die Baustelle des Museums der Bayerischen Geschichte. Bild: Weigel/dpa
von Agentur DPAProfil

Nach dem Brand in einem Gebäude des künftigen Museums für bayerische Geschichte in Regensburg ist weiterhin offen, wann das Museum eröffnet werden kann. Das Feuer auf der Baustelle hat Anfang Juli einen Schaden in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro verursacht. Die Aufnahme der Schäden sei noch nicht abgeschlossen, sagte eine Sprecherin des staatlichen Bauamtes Regensburg. Der Termin für die Eröffnung sei noch "völlig offen". Eigentlich sollte das Museum im Frühjahr 2018 fertig sein - pünktlich zum 100. Geburtstag des Freistaates.

Im Mittelpunkt des Museums soll die Geschichte Bayerns im 19. und 20. Jahrhundert stehen. Nach Angaben des Hauses der bayerischen Geschichte in Augsburg werde das Museum die erste feste Station der Einrichtung werden, die bereits seit Jahrzehnten die jährlich wechselnden bayerischen Landesausstellungen organisiert. Bauherr ist das Kultusministerium.

Brandstiftung vermutet

Am 9. Juli hatte es auf der Baustelle der benachbarten Bavariathek, in der unter anderem Verwaltung, Archiv sowie Projekträume für das museumspädagogische Programm untergebracht werden sollen, gebrannt. Das bayerische Landeskriminalamt setzte eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise aus. Die Ermittler gehen von fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung aus.

Ein erstes Exponat für das Museum gibt es jedenfalls schon: Im oberfränkischen Naila ist kürzlich die Restaurierung eines Heißluftballons abgeschlossen worden, der künftig in Regensburg zu sehen sein soll. Warum ein Heißluftballon wichtig ist für die bayerische Geschichte? Der Ballon hat 1979 den Eisernen Vorhang überwunden - zwei Familien gelang damit die Flucht aus der DDR, sie landeten in Naila im Landkreis Hof. "Die spektakuläre Flucht steht beispielhaft dafür, Geschichte aus der Sicht von Bürgern zu erzählen", sagt Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte. Bayern sei in vielen Teilen Randgebiet gewesen - mit Grenzen zur DDR und zur damaligen Tschechoslowakei.

Ballon Teil des Museums

Der Fluchtballon aus Naila soll im neuen Museum eine wichtige Rolle spielen, zeugt er eben von jener früheren Randlage und von den teils dramatischen Geschichten, die sich am Eisernen Vorhang abspielten. "Der Ballon hat uns von Anfang an begleitet - er war unsere erste Leihanfrage", sagt Loibl. Die Stadt Naila hat den Ballon dem Regensburger Museum als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Günter Wetzel und Peter Strelzyk fertigten den Ballon heimlich aus Regenschirmseide, Zeltnylon und Taftstoff. In der Nacht zum 16. September 1979 glückte schließlich die Ballonfahrt in die Freiheit. Die spektakuläre Ballonflucht gehöre zu Bayerns Geschichte, sagt Nailas Bürgermeister Frank Stumpf. "Es sollte nie vergessen werden, wie es zu Zeiten des Eisernen Vorhangs war. Welche Risiken Menschen auf sich genommen haben, um in die Freiheit zu kommen."

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