Das "Kunstkabinett" ergänzt Arbeiten des Weltstars Günther Förg mit Werken von Armin Göhringer
Die Ästhetik des Gitternetzes

Armin Göhringer zeigt im Regensburger "Kunstkabinett" Objekte und Reliefs aus Holz und Büttenpapier. Außerdem zu sehen: Arbeiten des international berühmten Günther Förg. Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
15.04.2013
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Günther Förg ist ein Künstler der Superlative. Genauer: "Er ist der einzige lebende bayerische Künstler von Weltruhm." So lautet die Einschätzung Marianne Schönsteiner-Mehrs. Die Regensburger Galeristin hat den Lehrstuhlinhaber an der Münchner Akademie der Bildenden Künste schon mehrmals ins "Kunstkabinett" in der Unteren Bachgasse geholt. Und auch in ihrer aktuellen Schau zeigt Schönsteiner-Mehr Grafiken des bayerischen Kunstbotschafters.

Tatsächlich wirken die Radierungen und Aquatintas, die derzeit unter dem Titel "Stabile Positionen" im Kunstkabinett zu sehen sind, vertraut wie feste Meilensteine der Kunstgeschichte. Und das nicht ohne Grund: Förgs Arbeiten hängen in bedeutenden Museen in New York, London und Amsterdam.

Wer allerdings die grafisch wirkenden Farbflächen des Künstlers allzu schnell in eine Schublade mit Mondrian, Malewitsch und anderen Konstruktivisten einordnet, liegt falsch: "Günther Förg bezeichnet seine Bilder ausdrücklich als nicht abstrakt", weiß Marianne Schönsteiner-Mehr. Bei seinen Darstellungen handle es sich vielmehr um Strukturen, die der Maler in seiner Umgebung sehe: Hausfassaden, Fenster, Simse - die Bilder Günther Förgs sind nicht gegenstandslos und orientieren sich meist an architektonischen Formen.
Rund 40 Grafiken des 1952 in Füssen geborenen Künstlers sind derzeit im Regensburger "Kunstkabinett" zu sehen. Sie stammen aus den Jahren 1989 bis 2002. Auf harmonische Weise ergänzt werden die Papierarbeiten durch Objekte des Künstlerkollegen Armin Göhringer.

Netzwerke spielen auch im Schaffen Göhringers eine große Rolle. Sein bevorzugtes Material ist das Holz. Der in Zell am Harmersbach lebende Künstler schneidet mit der Kettensäge vertikale und horizontale Stege in den rohen Block. Daraus entstehen filigrane Gitter oder ineinander verschachtelte Körper. Blöcke und Stege, die sich allein durch ihre eigene Kraft und eine ausgeklügelte Berechnung gegenseitig stützen. Die schwarze Färbung, mit denen Armin Göhringer seine Skulpturen gerne überzieht, unterstreichen deren elegante Wirkung. Die 25 Arbeiten des Künstlers, die nun im "Kunstkabinett" zu sehen sind, beinhalten auch zweidimensionale Werke. Bei diesen verbindet Göhringer Holz mit Büttenpapier, drückt beide Materialien ineinander, heftet sie zusammen und schafft dadurch außergewöhnliche Reliefs. In Verbindung mit den farbigen Darstellungen Günther Förgs bringen die Arbeiten Göhringers eine besondere Ästhetik ins "Kunstkabinett".

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Die Ausstellung "Stabile Positionen: Armin Göhringer - Günther Förg" ist im "Kunstkabinett", Untere Bachgasse 7 in Regensburg zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr sowie Samstag von 10 bis 14 Uhr. Weitere Infos unter Telefon 0941/57856 oder unter www.kunstkabinett.com.
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