04.02.2008 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Das Regensburger Kunstkabinett wartet mit hochrangigen Vertretern der Pop Art auf Andy Warhol, Keith Haring und Roy Lichtenstein

von Susanne WolkeProfil

Einen Hauch von Weltstadt-Atmosphäre in Regensburg vermittelt derzeit die Galerie Kunstkabinett. "Pop Art" lautet dort der schlichte Titel der aktuellen Ausstellung. Die Namen der vertretenen Künstler sprechen für sich: Andy Warhol, Keith Haring, Roy Lichtenstein, Tom Wesselmann, Julian Opie und Mel Ramos.

Präsentiert werden Papierarbeiten der Künstler. Geboten ist dabei alles, was man sich von der Pop Art erwartet. Da sind die quirligen Männchen Keith Harings, mal auf Delphinen reitend, mal um eine Lucky-Strike-Schachtel tanzend. Letztere steht auch für die unvermeidliche Präsenz von Konsumgütern in der Pop Art: Coca-Cola-Dosen, Hamburger und Toblerone-Stangen - sie alle finden sich auch in der Ausstellung. Vor allem auf den Werken Mel Ramos', wo sich Pin-up-Girls zwischen Schokoriegeln und Cocktailgläsern räkeln.

"Mit der Pop Art hat erstmals die Alltagskultur Einzug in die Kunst gehalten", so Dr. Herbert Schneidler. Der Kunsthistoriker führte bei der Ausstellungseröffnung in die Entwicklung der Pop Art ein. Die Kunstrichtung hat sich in den USA ab den 50er Jahren von New York ausgehend als Gegenbewegung zur vorherrschenden gegenstandslosen Malerei entwickelt: Der Expressionismus eines Jackson Pollock war zu der Zeit das Non-plus-ultra. Wer etwas auf sich hielt, malte abstrakt. Eine Gruppe von Rebellen leitete die 180-Grad-Wende ein. Sie malten Suppendosen. Vorbild waren Marcel Duchamp und dessen "Ready-mades": Der Künstler hatte schon Jahre zuvor ein Pissoir zum Kunstwerk erklärt.
Dass der Begriff Konsum für die Künstler der Pop Art über die Welt der Massenprodukte hinausgeht, zeigt die Regensburger Ausstellung. Andy Warhol ist nicht nur mit einer Reihe prangender Dollarzeichen vertreten. Von ihm gibt es auch ein Dracula-Portrait sowie eine Darstellung von Neuschwanstein - König Ludwigs Märchenschloss als Pop-Ikone.

Auch die Vielfalt der Ausdrucksformen innerhalb der Pop Art wird im Kunstkabinett deutlich. Den hyperrealistischen Darstellungen Mel Ramos' steht ein Stillleben von Tom Wesselmann gegenüber. Der Einfluss von Henri Matisse ist bei der flächig-bunten Darstellung unverkennbar. Roy Lichtenstein dagegen hinterlegt in einer Landschaftsdarstellung sanfte Hügel mit dem aggressiven Flimmern eines Fernsehbildschirms.

Die Ausstellung ist bis zum 19. April im Kunstkabinett, Untere Bachgasse 7, in Regensburg zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 14 Uhr. Informationen unter 0941/57 856 oder www.kunstkabinett.com.

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