17.01.2008 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Der Regensburger Künstler Jürgen Huber präsentiert im Kunstverein GRAZ sein neues BilderLeseBuch Kunst und Poesie als Retter in der Not

von Susanne WolkeProfil

Regensburg. "Wenn alles andere versagt, dann ist es die Poesie, die uns noch retten kann", sagt Jürgen Huber. Da ist es nahe liegend, dass der Regensburger Künstler in seinem Buch "2te Rettungsversuche" Abbildungen seiner eigenen Bilder mit Texten befreundeter Schriftsteller ergänzt. Der neu erschienene Band wurde in den Räumen des Kunstvereins GRAZ vorgestellt.

Bewegende Eindrücke

Seit 14 Jahren beschäftigt sich Huber mit dem Gemäldezyklus "Rettungsversuche". 113 der mittlerweile rund 170 Bilder waren anlässlich der Buchpräsentation bei GRAZ zu sehen. Huber verarbeitet in den kleinformatigen, quadratischen Werken Eindrücke, die ihn bewegen: die Werke von Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Marguerite Duras, Quentin Tarantino und Heiner Müller. Oder Fragen und Aufforderungen, die er in den Raum stellt. "Kann schöne Kunst auch richtig Dreck sein?", hat der Künstler etwa auf eines der Bilder gepinselt, "Bitte nicht viel Dreck in die Berge" auf ein anderes.
Wie ein Kaleidoskop seines eigenen Lebens und seiner Gedanken wirken die kunterbunten, teils witzigen, teils schönen, teils bedrückenden Bilder Jürgen Hubers. Wie eine Welt zwischen Traum und Wirklichkeit, die sich dem Betrachter manchmal, aber nicht immer, entschlüsselt. Da ist zum Beispiel der Ritter, der für die Farben kämpft. Oder die Erdkugel, die von einem Gewehrlauf bedroht wird. Oder ein Muster aus Farben in einem tierähnlichen Umriss. Eine Hommage an den bunten Kinderbuchelefanten Elmar?

Die "Rettungsbilder" sind eine Herausforderung an die Vorstellungskraft des Betrachters. Und das dürfte im Sinne Jürgen Hubers sein. Schließlich bemängelt der Künstler im Vorwort der "2ten Rettungsversuche" unter anderem die "ärmliche" Angewohnheit der Bilderrezeption anhand eines Blickes auf das entsprechende Schildchen.

Mit der Veröffentlichung von Teilen seines Bilderzyklus anhand eines Buches knüpft Huber an eine ältere Idee an: Bereits vor einigen Jahren ist der erste Band "Rettungsversuche" erschienen. Für das Nachfolgewerk "2te Rettungsversuche" bat Huber regionale Schriftsteller um ihre Beiträge zum Thema. Tanja Wagensohn, Barbara Krohn, Jana Wernicke, Wolf Peter Schnetz und Säm Wagner lieferten Kurzgeschichten, Gedichte und Gedanken. Eine Geschmacksprobe gaben Barbara Krohn und Wolf Peter Schnetz im Rahmen der Buchvorstellung. Krohn las ihre "Sieben stärkende Vorschläge zur kostenlosen Kurzzeitrettung aus dem Getriebe des Alltags", Schnetz trug Gedichte wie "Engel im Schnee" oder "Der Raum der Uhren" vor.

Achtes BilderLeseBuch

"Es ist ein großes Privileg, dass ich Bücher herausgeben kann", so Jürgen Huber. Die "2ten Rettungsversuche" sind das achte "BilderLeseBuch" unter der Regie des Künstlers und Kulturvermittlers. Dass dies möglich sei, sei nicht zuletzt einer Reihe von Helfern zu verdanken. Wenn also alles andere versagt, dann helfen noch die Poesie - und gute Freunde.

Das Buch "2te Rettungsversuche" kostet 10 Euro, zusammen mit einem Bild Jürgen Hubers 80 Euro. Kontakt unter Telefon 0941/34872.

Weitere Informationen:

info[at]kunstvereingraz[dot]de.

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