Die Künstlerin Maria Maier setzte den Grundstock für einen "Bayerischen Wald" der besonderen Art
Sieben Stämme für Bayern

Maria Maier mit einer ihrer Skulpturen: Die Regensburger Künstlerin arbeitet an den "Bayerischen Stämmen", die sie in allen sieben Regierungsbezirken groß machen will. Bild: Susanne Wolke
Kultur
Regensburg
06.04.2018
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Die Künstlerin Maria Maier setzte den Grundstock für einen "Bayerischen Wald" der besonderen Art. Mit ihren Skulpturen in den sieben bayerischen Regierungsbezirken will sie sich für mehr Heimatgefühl engagieren.

"Das Bewusstsein für die eigene Identität erlangt in einer zunehmend globalisierten und vernetzten Welt eine neue Bedeutung." Bezirkstagspräsident Franz Löffler bringt in einem Schreiben zum Kunstprojekt Maria Maiers einen Trend auf den Punkt: Parallel zum immer engeren Zusammenrücken der Welt gewinnt der Heimataspekt wieder an Bedeutung.

Verbindung schaffen

Maria Maier ist mir ihren "Bayerischen Stämmen" am Puls der Zeit. Die Idee der Regensburger Künstlerin ist ebenso originell wie einleuchtend: Sieben blaue Skulpturen aus Stahl stellen die sieben "Bayerischen Stämme", die Regierungbezirke, dar. Die Krone der Gewächse bildet ein Querschnitt zweier Landesumrisse: Bayern auf der einen Seite, gekreuzt mit dem jeweiligen Regierungsbezirk auf der anderen Seite. In künstlerischer Freiheit erklärt Maria Maier die Regierungsbezirke zu sieben "Stämmen". Das macht die Sache einfacher für ihr Projekt, das künstlerische Ästhetik mit geschichtlichem Inhalt verbindet.

Ziel der Künstlerin ist es, in jedem Regierungsbezirk eines ihrer Gewächse zu pflanzen. Drei der Bäumchen sind schon gesetzt: der "Oberpfälzer Stamm" in Regensburg vor dem Oberpfalz-Studentenwohnheim und der "Schwäbische Stamm" als auch der "Oberbayerische Stamm" in Aichach. Im dortigen Metallskulpturen-Park stehen sich die zwei Bäume in einer Achse gegenüber. Der Hintergrund: Aichach gehört seit geraumer Zeit zu Schwaben - die Aichacher selbst fühlen sich aber nach wie vor als Oberbayern. Die Stämme Maria Maiers vermitteln Geschichte.

Projekt soll weiter wachsen

Entstanden ist die Idee des Kunstprojekts bereits vor fast 20 Jahren. Das Konzept war damals Maiers Beitrag zu einem Wettbewerb anlässlich des Festes "Bayern - Erbe und Auftrag" im Jahr 2000 in Regensburg. Angedacht war damals, im Regensburger Hafen einen "Bayerischen Wald" entstehen zu lassen, der im Anschluss "eine Spur durchs ganze Bundesland zieht", erklärt sie. Die meisten der Stämme existieren bislang nur als verkleinerte Holzmodelle. Jetzt aber sieht die Künstlerin eine Chance für den weiteren Verlauf ihrer angefangenen Arbeit.

Nicht nur die allgemeine Besinnung auf die Identität könnte das Projekt weiter gedeihen lassen. Schließlich feiert Bayern dieses Jahr auch ein Doppeljubiläum: 100 Jahre Freistaat und 200 Jahre Verfassungsstaat - ein Grund, sich einen bayerischen Stamm in den Regierungsbezirk zu pflanzen.

Der Bezirkstagspräsident der Oberpfalz steht hinter der Sache. In einem Brief an seine Kollegen bewarb Franz Löffler das Projekt: "Der ,Oberpfälzer Stamm' gibt der Oberpfalz im größeren Zusammenhang Bayerns ein Gesicht", schreibt der Bezirkstagspräsident. "Er fordert den Betrachter auf, stehenzubleiben, um sich seiner Herkunft bewusst zu werden."

Denn: "Nur wer seine Wurzeln kennt und wertschätzt, kann, unterstützt durch eine gesunde Bodenhaftung, in die Welt hinausgehen und die enormen globalen Herausforderung gemeinsam mit anderen meistern."
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