11.02.2008 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Die "Michaela Riese Stiftung" bereichert das Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg Bayern als Zentrum der konstruktiven Kunst

von Susanne WolkeProfil

Schlag auf Schlag geht es derzeit im Kunstforum Ostdeutsche Galerie. Nach dem Erwerb der Chodowiecki-Sammlung vor wenigen Wochen gibt es nun erneut einen Grund zum Feiern: Mit der Unterzeichnung des Stiftungsvertrags wurde die "Michaela Riese Stiftung" im Kunstforum rechtsgültig. "Konkrete Kunst spielt bei uns eine große Rolle", so Museumsdirektorin Dr. Ulrike Lorenz in Bezug auf den Inhalt der geschenkten Werke.

Liebe, Freundschaft und Kunst - und eine glückliche Fügung des Zufalls. All diese Komponenten führten dazu, dass die Ostdeutsche Galerie nun um 34 Mappen mit 350 Grafiken von 50 Künstlern reicher ist und Hans-Peter Riese - auch in Hinblick auf das Ingolstädter "Museum für konkrete Kunst" - von Bayern als dem Zentrum der konstruktiven Kunst spricht. Der Kulturjournalist ist maßgeblich beteiligt an dieser Entwicklung. Er hat dem Kunstforum einen Teil seiner Sammlung vermacht.

"Michaela Riese Stiftung" hat Riese die Schenkung genannt - zum Gedenken an seine vor acht Jahren verstorbene Frau, die in diesen Tagen 65 Jahre alt geworden wäre. Mit ihr gemeinsam hat er über mehr als 30 Jahre hinweg zusammengetragen, was nun exemplarisch im Kunstforum Ostdeutsche Galerie zu sehen ist: farbintensive Serigrafien, puristische Prägedrucke und Zeichnungen aus den Jahren 1966 bis 2006.
Das ganze Spektrum der "konkreten Kunst" ist hier vertreten. Die bunten Rechtecke Richard Paul Lohses oder die ineinander gestaffelten Kreise Milos Urbáseks erinnern an den Konstruktivismus eines Piet Mondrian oder eines Kasimir Malewitsch, aus dem diese Stilrichtung einst hervorgegangen ist. Die geometrisch-abstrakte Tendenz der Strömung zeigen die für Betrachteraugen oft irritierenden Konstruktionen der Moskauer Gruppe "Bewegung". Mit so gut wie allen der gezeigten Künstler waren Hans-Peter Riese und seine Frau Michaela befreundet. Während Rieses Jahren als Auslandskorrespondent knüpfte das Journalistenpaar Kontakte zu Künstlern in der Tschechischen Republik, in Russland, Polen, der Slowakei und Ungarn. Zum Kontakt zwischen Hans-Peter Riese und dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie kam es vergangenes Jahr anlässlich der Retrospektive des Grafikers Pravoslav Sovak. Als er nun gemeinsam mit seiner Tochter Alice nach einem geeigneten Ort für die Stiftung zu Ehren seiner Frau suchte, kam er zu dem Schluss: "Ich habe das Gefühl, dass die Dinge im Kunstforum Ostdeutsche Galerie gut aufgehoben sind."

Die Schau "KONKRET! Mappenwerke aus vier Jahrzehnten" ist bis zum 20. April im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Donnerstag von 10 bis 20 Uhr. Zur Ausstellung ist der hübsche Band "Vom Sammeln und von Freundschaften" erschienen.

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