Die Regensburger Galerie Andrea Madesta rückt erneut den weiblichen Aspekt ins Zentrum
Rundgang durch fünf „Frauenzimmer“

Sie stellen derzeit bei Andrea Madesta (rechts) in Regensburg aus: Nina Rike Springer, Eva von Platen, Lisa Beane und Kamilla Szij (von links).
Kultur
Regensburg
08.06.2017
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Lisa Beane thematisiert in ihren Bildern Rassismus - auf diesem auch mit deutlichem Bezug zur Gegenwart. Bilder: Wolke (2)

"Wann gibt es eine Fortsetzung?", war die dringende Frage vieler Besucher der Galerie Andrea Madesta bei der ersten Ausstellung zum Thema "Frauenzimmer". "Jetzt", lautet die Antwort. Denn nun geht es in die nächste Runde. "Frauenzimmer 2.0": Mit ihrer aktuellen Schau setzt die Regensburger Galerie erneut auf geballte Frauenpower.

Fünf Künstlerinnen hat Galeristin Andrea Madesta diesmal versammelt. Jede davon hätte das Zeug zu einer eigenen Präsentation. Soll heißen: Die "Frauenzimmer" im wahrsten Sinne des Wortes - weitestgehend bekam jede der Künstlerinnen in der Galerie einen eigenen Raum - sind das reinste Kunsterlebnis.

Lisa Beane aus Los Angeles, Nina Rike Springer aus Wien, Kamilla Szij aus Ungarn, Eva von Platen aus Nürnberg und Uta Zaumseil aus Mehla: Die Zusammenstellung der Künstlerinnen ist international, ihre Arbeiten zeigen eine erfrischende Mixtur verschiedener Stile.

Farbintensiv und tieftraurig

Von Malerei über Fotografie bis hin zu Grafik ist dabei alles vertreten. Da sind zunächst die nur auf den ersten Blick fröhlichen, in Wahrheit aber tieftragischen Bilder von Lisa Beane. Die in Los Angeles lebende Künstlerin thematisiert in ihren großformatigen, farbintensiven Arbeiten ein trauriges Thema: Die Verfolgung und Ermordung zahlreicher Schwarzer in den USA in der Zeit um 1900.

Lisa Beane verarbeitet diese dunkle Epoche amerikanischer Geschichte in bunt durcheinander gewürfelten Bildcollagen. Eine Mischung aus Fotografien, populären Zeichentrickfiguren und doppeldeutigen Zitaten zeichnet eine absurde Welt und lässt viel Raum zum Interpretieren und Nachdenken.

Nina Rike Springer ist in der Galerie Madesta zum wiederholten Male mit Arbeiten vertreten, die zwischen Fotografie und Design schweben. Die Künstlerin verwendet fotografierte menschliche Körper sozusagen als Arbeitsmaterial für geometrische Muster. Das Reale löst sich hier auf zum Flächigen, die Figur wird zum Abstrakten.

Humor und Nonsense

Von beißendem Humor und mit einem Hang zum Nonsense sind die cartoonartigen Arbeiten Eva von Platens. Auf einem mit Bleistift hingekritzelten Zettel will die Künstlerin etwa wissen: "Soll ich noch nach Knödeln buddeln oder doch mit Blöden knuddeln?"

Den Bleistift verwendet auch Kamilla Szij, wenn auch mit grundlegend anderen Ambitionen: Allein durch Linien erzielt die Künstlerin eine verblüffend intensive Tiefenwirkung. Ihre Bilder sind von hohem ästhetischen Anspruch.

Eine wahre Meisterin ihres Fachs ist Uta Zaumseil. Ihr Medium ist der Holzschnitt. Mit dieser traditionellen Technik schafft sie moderne Arbeiten, die nicht nur durch ihre Größe und ihre virtuose Ausführung beeindrucken sondern auch durch ihre Stimmung: Die Landschaftsdarstellungen Uta Zaumseils vermischen Elemente von Natur und Stadt und zaubern eine besondere Sommerstimmung.

"Die einzelnen Arbeiten überzeugen alle in ihrer Technik", hält Galeristin Andrea Madesta über die fünf Künstlerinnen fest. Ein Rundgang durch die "Frauenzimmer" lohnt sich auch in der zweiten Auflage.

Die Ausstellung "Frauenzimmer 2.0" läuft bis zum Samstag, 15. Juli, in der Galerie Andrea Madesta (Obere Bachgasse 16 in Regensburg). Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 15 Uhr.

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Weitere Informationen:

www.galerie-madesta.de
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