22.08.2014 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Die Regensburger Kleinkunstbühne Statt-Theater feiert heuer ihren 30. Geburtstag "Wir sind relativ einzigartig"

Seit 30 Jahren in der Winklergasse: Das Team des Regensburger Statt-Theaters feiert im Dezember Jubiläum. Bild: hfz
von Susanne WolkeProfil

Ausschlaggebend für das Ganze war eigentlich das Klavier. Es stand im zweiten Stock und irgendwann wurde es Peter Nikisch und seiner Kollegin Inge Faes zu dumm. Für jeden Auftritt das Ding hinunter und dann wieder hinaufschleppen, es ging einfach nicht mehr. Die nahe liegende Idee: Nikisch und seine Leute, die bis dahin als Kabarett-Gruppe unterwegs waren, suchten sich einen festen Platz für ihre Auftritte. 30 Jahre ist das nun her. Im Dezember feiert das Regensburger Statt-Theater Jubiläum.

Nach wie vor befindet sich die Kleinkunstbühne in der Winklergasse 16, wo sie letztendlich ihr Domizil gefunden hat. Eine heimelige Atmosphäre herrscht in den rund 70 Zuschauer fassenden Räumen: Das Quartett um Faes und Nikisch hat sich im Laufe der Jahre immer mal wieder verändert. Viele Zuschauer aber halten dem Statt-Theater von Anfang an die Treue.

230 Spieltage pro Jahr

"Eine Art Familienbetrieb", so bezeichnet Peter Nikisch die Kleinkunstbühne, die er nach wie vor mit seiner Partnerin Inge Faes-Wagner sowie mittlerweile mit dem Kollegen Tobias Ostermeier und dem Pianisten Matthias Leitner betreibt. Auch Nikischs Sohn Matthias ist seit einigen Jahren dabei. Gute Voraussetzungen für ein Haus, das im Jahr auf rund 230 Spieltage kommt. "Im Juli haben wir Theaterferien und außerdem ist bei uns zwischen Weihnachten und Neujahr zu", sagt Nikisch. An allen anderen Tagen allerdings hängen er und seine Leute sich mächtig ins Zeug. "Alles, was im deutschsprachigen Raum an Kabarett da ist, hatten wir schon", so viel kann Nikisch nach 30 Jahren Bühnentätigkeit zu Protokoll geben.

Das Statt-Theater war von Anfang an eine Mischung. Eigene Produktionen machen hier den einen Teil des Programms aus. Das war schließlich auch die Grundidee: neue Programme solange spielen zu können, dass sich der Aufwand lohnt. Hinzu kommen die Auftritte von Gästen: Das Regensburger Improvisationstheater "Chamäleon" kommt einmal im Monat, jeden zweiten Monat gibt es eine Zaubershow. Und dann eben die Kabarettisten: Luise Kinseher und Stephan Bauer standen hier schon zu Beginn ihrer Karriere auf der Bühne. Dietrich Kittner war da und - noch zu DDR-Zeiten - eine Abordnung der Leipziger "Pfeffermühle".

Gastauftritte zu organisieren ist für das Statt-Theater nicht schwer. "Wir haben besonders zur bayerischen Kabarettszene einen guten Draht", sagt Peter Nikisch. Vieles läuft über die gegenseitigen Empfehlungen der Künstler. "Meistens geht es bei uns ums Kabarett", fasst Nikisch das Programm seiner Kleinkunstbühne zusammen, "es kommt aber auch Comedy dazu". Bei seinen Gästen, die häufig aus dem Kölner Raum kommen, kann der Spielstättenleiter eine erfreuliche Frauenquote ausmachen.

Gute Mischung

Mit seiner Mischung aus eigenem Ensemble und Gästen ist das Regensburger Statt-Theater etwas Besonderes. "In Bayern zumindest gibt es keine Bühne mehr mit eigenem Ensemble", weiß Peter Nikisch. "Damit sind wir relativ einzigartig - wenn ich das so unbescheiden sagen darf." Das darf Peter Nikisch wohl. Mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg zu halten, ist schließlich sein Beruf. Begonnen hat Nikisch als Autor für Satirezeitschriften wie die "Titanic" oder "Pardon". Heute bringt er als Kabarettist alles auf den Punkt, was ihm Gesellschaft und Politik liefern. Aufgefallen ist ihm dabei: "Viele Themen kommen immer wieder." Peter Nikisch muss es wissen. Schließlich ist er seit Langem im Geschäft. Mit dem Statt-Theater seit 30 Jahren.

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Das Statt-Theater befindet sich in der Winklergasse 16 in Regensburg. Weitere Infos unter Telefon (0941) 5 33 02.

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