12.02.2007 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Die "Stadtkunst" in Regensburg zeigt Objekte und Installationen des Weidener Künstlers Tone ... Spielerisches zum Lachen und Nachdenken

von Susanne WolkeProfil

Zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn machte er Spielzeug. Das Spielerische ist den Objekten von Tone Schmid bis heute geblieben. "Die Leute lachen immer, wenn sie seine Arbeiten sehen", sagt der Kunsthistoriker Reiner Schmidt über den Weidener Künstler. "Beim genaueren Hinblick bleibt aber vielen das Lachen im Hals stecken." Gelegenheit zum Spielen, Lachen und Nachdenken bieten derzeit Objekte und Installationen Tone Schmids in der "Stadtkunst" in Regensburg. "Herrschafts-Zeiten" heißt die Sonderausstellung, die in der Kunstschule, Prüfeninger Straße 30, zu sehen ist. Tone Schmids Lieblingsstück steht in der Mitte der Ausstellungshalle. "Klein Bush-Schorschi beim Schwarzfischen" heißt es, und wer sich in seine Nähe begibt, sollte den Kopf einziehen. Denn die Figur eines Anglers, die aus einem Benzinkanister, einem Baseball und anderen Fundsachen zusammengesetzt ist, verfügt über einen Bewegungsmelder.

Bei der kleinsten Regung beginnt das Klappergestell, hektisch seine Angel zu schwenken. Die wiederum zerrt dann an einer Wellblechhütte in Miniaturformat. Die Aussage der Skulptur ist politisch. Natürlich geht es hier um niemand anderen als den amerikanischen Präsidenten. Als "Schwarzfischer" angelt er Energie. Die zapft er der Dritten Welt ab. "Ich habe zwar keine Macht", sagt Tone Schmid in Bezug auf die satirische Darstellung. "Aber ich kann Bush zumindest als Karikatur darstellen."

Das ist dem Künstler gelungen: Diese Vogelscheuche mit der Gasmaske über dem Kopf, die in ihrem Verfolgungswahn bei allem, was sich hinter ihrem Rücken abspielt, in spastische Bewegungen ausbricht, stellt Bush als lachhafte Gestalt dar. Doch aus dem Spaß wird bald Ernst. "Wenn Bush-Schorschi zu heftig angelt, zieht er sich selbst den Stecker raus", bemerkt Tone Schmid. Denn der befindet sich gleich neben der Wellblechhütte. Ein Sinnbild für die Politik Amerikas: "Wenn Amerika nicht umdenkt, zieht es der ganzen Welt den Stecker raus, zuerst vielleicht sich selbst", so der Künstler.

Die Karikatur des US-Präsidenten steht für das Schaffen Tone Schmids. Der gelernte Kfz-Mechaniker und künstlerische Autodidakt schafft bewegliche Objekte aus Fundsachen. "Schmid ist ein Künstler, der den Spielball der Gesellschaft aufnimmt und wieder zurückwirft", so Reiner Schmidt. Der Kunsthistoriker, der in die Regensburger Ausstellung einführte, verwies damit auch auf die "Zu- und Wegschauer". Diese Gruppe von Köpfen aus Fahrradsatteln muss vom Betrachter gerüttelt werden, um eine Reaktion - ein Nicken oder ein Kopfschütteln - zu erzielen. Tone Schmid spielt damit auf mangelnde Zivilcourage in Zusammenhang mit Rechtsradikalismus an. Die Arbeit gehört zu seinem "Triptychon gegen Rechts".

"Herrschafts-Zeiten" ist bis zum 25. Februar zu sehen. Öffnungszeiten: Freitag 16 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr, und nach Vereinbarung, Telefon 0941/22146.

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