Einblicke in Kreativität am Anfang der Karriere: Junge Künstler öffnen ihre Ateliers im ...
Teppiche aus Schnipseln, Früchte aus Gold und Pyramiden aus Körpern

Die Künstlerin Heike Weiß aus Konnersreuth holt sich ihre Inspiration aus der Natur. Hier steht sie vor ihrem Bild mit goldenen Beeren. Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
19.04.2013
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"Wir wollen versuchen, alte Gebäude mit jungem Leben zu erfüllen." Der Auftrag, den sich Ursula Zitzelsberger und ihr Mann Oswald vor rund zehn Jahren selbst gestellt haben, bereichert das Regensburger Kulturleben.

Bestes Beispiel: das Künstlerhaus Andreasstadel. Für jeweils zwei Jahre stellt die "Kunst- und Kulturstiftung Oswald Zitzelsberger" jungen Künstlern ein mietfreies Atelier zur Verfügung. Einen Einblick in ihr Schaffen geben die Stipendiaten alljährlich beim "Offenen Atelier". Auch am Wochenende öffneten die Nachwuchskünstler dem Publikum die Pforten ihrer Werkstätten.

Anfänger besonders beliebt

Klassische Malerei und Bildhauerei, Schmuck- und Porzellandesign, Media Art: Die Stilrichtungen der einzelnen Stipendiaten belegen das Ansinnen der Stiftung. "Wir versuchen, eine alle Kunstsparten übergreifende Mischung zusammenzustellen", erklärt Ursula Zitzelsberger über die Auswahl der Stipendiaten. Dabei lägen der Stiftung vor allem die Anfänger am Herzen. Ihnen soll die Möglichkeit einer Selbsteinschätzung gegeben werden, so Zitzelsberger. "Wo stehe ich? Wie wird sich das entwickeln? Kann ich weitermachen?" Fast 70 Künstler haben sich dieses Jahr für zehn Ateliers beworben. Die meisten von ihnen kommen aus der Region, "aber es gibt auch internationale Anfragen", wie Ursula Zitzelsberger festhält.

Gast sogar aus Korea

Paula-Jiun No etwa kommt aus Korea. Mit ihren aus Papierschnipseln zusammengeklebten Collagen erzielt die Künstlerin die Wirkung eines Teppichs. Ihre handgeschöpften Papiere stellt sie selbst her, durchtränkt sie mit Farbe und reiht sie mit der Schnittkante nach unten auf. Andere grobe Papierbögen versieht sie mit zarten Farbkompositionen.

Paula-Jiun No bezieht ihre Inspiration aus der Natur. Das gleiche gilt für ihre Künstlerkollegin aus Konnersreuth: Heike Weiß vergrößert in ihren Gemälden Elemente aus der Natur bis hin zur Unkenntlichkeit. Derzeit löst sich die Malerin von ihrer einst reduzierten Farbpalette und arbeitet außerdem mit Blattgold. Auf einem Bild hat sie einen Zweig mit Beeren in flächigem Gold in den Vordergrund platziert, die eigentliche Farbe der Früchte bildet den Hintergrund. Motive aus der Flora und Fauna finden sich auch bei Stefanie Knörnschild: Die mit viel Liebe zum Detail gefertigten Stücke der Schmuckdesignerin erzählen kleine Geschichten. "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer" heißt ein Ring mit Wolke und Vogel, "Puste" lautet der Titel einer Sammlung abstrahierter Blüten, in einem Anhänger wiederum grast friedlich eine Kuh.

Holz, Beton als Material

Aus Regensburg stammt der Bildhauer Andreas Kreuzer. Die Faszination für ihn liegt in der menschlichen Figur. "Der Mensch interessiert mich in seiner Oberfläche und seiner Tiefgründigkeit", erklärt der Künstler. Seine Porträts und Skulpturen hält er in Holz oder Beton fest.

Eine Pyramide aus sich gegenseitig stützenden Körpern zeigt Kreuzer auch im ständigen Ausstellungsraum des Künstlerhauses Andreasstadel. Dort kann man jeden Sonntagnachmittag auch außerhalb des "Offenen Ateliers" Arbeiten der Stipendiaten besichtigen.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.kuenstlerhaus-andreasstadel.de
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