20.05.2008 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Erfolgreiche Broadway-Produktion "High Society" erlebt in Regensburg solide Aufführung Die "Wahre Liebe" im Orchestergraben

von Stefan RimekProfil

Regensburg. Die Songs des Musicals "High Society" stammen aus der Feder von Cole Porter, die Handlung hingegen basiert auf dem 1939 uraufgeführten Broadway-Bühnenstück "The Philadelphia Story" von Philip Bary und ihrer 1940 erschienenen gleichnamigen Verfilmung. Diese Produktion nahm wiederum der bekannte Musical-Film "High Society" aus dem Jahre 1956 zur Vorlage, der dann von Autor Arthur Kopit wieder in ein Bühnenstück umgewandelt wurde, das zusätzlich Gesangstexte von Susan Birkenhead aufweist.

Das Theater Regensburg brachte das Stück nun im Theater am Bismarckplatz unter der Regie von Johannes Reitmeier auf die Bühne. Kein Zweifel, Reitmeiers Inszenierung ist solide und konventionell, hier und da auch unterhaltsam, aber auch nicht mehr und nicht weniger.

Zu wenig Farbtupfer

Geschickt setzt der Regisseur für die durchdachten Bewegungsabläufe die Drehbühne ein und hin und wieder - aber doch etwas zu selten - gibt es auch kreative Farbtupfer, wie zum Beispiel als der Orchestergraben als "Swimming Pool" fungiert, in welchem Tracy mit Hilfe eines Musikers das Segelschiffmodel der "True Love" schwimmen lässt.

Auch komplettieren die an die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts angelehnten Kostüme sowie die zweckdienlichen Bühnenaufbauten - beides geschaffen von Anke Drewes - das Bild. Ebenso passend, man könnte aber auch sagen etwas klischeehaft und plakativ, kommt die brasilianisch geprägte Choreographie des Balletts von Olaf Schmid während der Nummer "Lass dich mal gehen" über die Bühne.

Den wirklich zündenden Aspekt oder die große Innovation sucht man in dieser Inszenierung allerdings vergeblich. Dazu ist sie ganz einfach zu sehr auf einen netten Abend abgestimmt.

Etwas problematisch ist es, die Nummern von Cole Porter in den deutschen Übersetzungen zu singen, da sie hier doch manchmal recht gekünstelt wirken. Da taten die Ausführenden gut daran, wenigstens die innige Ballade "True Love" in der Originalsprache zu belassen.

Gutes Ensemble

Was für die Inszenierung gilt, kann man für diesen Premiereabend auch für die Ausführenden behaupten: Sie machten ihren Job schauspielerisch, gesanglich und tänzerisch solide und gut, aber in grandioser Erinnerung, weil wirklich herausragend, dürfte kaum eine dieser Leistungen bleiben. Ein besonderes Lob gilt allerdings Theresa Michelson, die trotz ihrer Jugend die Figur der Dinah Lord schon sehr professionell verkörperte. In den anderen Rollen sah und hörte man unter anderem Gesche Geier als Tracy, Ruth Müller als Margaret, Heinz Müller als Seth, Berthold Gronwald als Onkel Willie und Randy Diamond als Dexter.

In die Mittelprächtigkeit des Abends reihte sich auch das Orchester ein, das unter der Leitung von Arne Willimczik brav seiner Arbeit nachging aber eher selten wirklich swingte. Dem Publikum schien der Abend dennoch gefallen zu haben, denn es spendete für alle Beteiligten anhaltenden Applaus.

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