Feng Lu und Ezequiel Lopez Garcia im Kunstkabinett
Bunte Welt des Grotesken

Der aus China stammende Künstler Feng Lu zeigt im Regensburger Kunstkabinett Mischwesen mit ironischem Hintergrund - kombiniert mit Malerei (links) des spanischen Künstlers Ezequiel Lopez Garcia. Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
29.05.2017
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Das Kunstkabinett in Regensburg bringt die grellen Skulpturen Feng Lus und die poetischen Gemälde Ezequiel Lopez Garcias auf gekonnte Weise zusammen. Etwas gewagt, aber durchaus harmonisch hängen und stehen die Arbeiten beider Künstler im Kunstkabinett beieinander, jedes Werk eigentlich eine Nummer für sich.

Der chinesische Künstler Feng Lu sieht Dinge im Alltag, die sich anderen nicht sofort offenbaren. Doch auf den zweiten Blick sind sie nahe liegend: Die missvergnügten Köpfe etwa, die aus dem Eierkarton heraus äugen. Oder auch - mit Bezug auf die Heimat des Künstlers - asiatische Dampfnudeln, die zu Sumoringern mutiert sind. Vor allem letztere zeigen, dass die Welt Feng Lus, der momentan zum wiederholten Male im Kunstkabinett in Regensburg ausstellt, sich nicht nur aufs Bunt-Verrückte beschränkt. Witzig und verspielt sind sie alle, die mit großer Virtuosität aus Epoxidharz gegossenen und mit Ölfarbe bemalten Skulpturen des chinesischen Künstlers.

Hinter den grellen Mischwesen steckt aber mehr als die reine Lust an der bizarren Formbildung. "Feng Lus Figuren verarbeiten Themen wie Macht und Geld, immer wieder die Religionen und natürlich die zwischenmenschlichen Beziehungen, besonders zwischen Mann und Frau", fasst es Galeristin Marianne Schönsteiner-Mehr zusammen.

"Bitterböse Ironie"

Eine "bitterböse Ironie" liege dem Werk des Künstlers inne, so die Leiterin des Kunstkabinetts. Bestes Beispiel: Die beiden Sumoringer, die in einer Garschüssel hocken. In ihrer Heimat sind diese Kämpfer unangefochtene Heroen. Bei Feng Lu, der seit gut 20 Jahren in Deutschland lebt, werden weniger ruhmreiche Assoziationen gezogen. "So fett wie möglich", diese Anforderung an die japanischen Kämpfer stellt der Künstler frech zur Schau.

Wirken die Figuren Feng Lus oft surreal, so wurzelt der zweite Künstler, der derzeit im Kunstkabinett zu sehen ist, in einem anderen Stil. "Ezequiel Lopez Garcia ist ein traditioneller Spanier, der in seiner Malerei gerne auf den europäischen Expressionismus zurückgreift und sich seiner fernen spanischen Väter Velasquez und Goya erinnert", so beschreibt Marianne Schönsteiner-Mehr den Maler, den sie in ihrer Galerie mit dem Chinesen Fen Lu kombiniert.

Merkwürdig und traumhaft

Denn auch die Ölgemälde Ezequiel Lopez Garcias spiegeln eine phantastische Welt. Zwar sind die Bilder des Spaniers zurückhaltender und poetischer als die Arbeiten Feng Lus. Aber auch hier geht es ums Groteske, um die Ironie. Die Situationen, die der Künstler auf die Leinwand bringt, wirken merkwürdig, oft traumhaft. Das Paar, das, beobachtet von einem Affen im Herrenanzug, eng umschlungen tanzt, hat schlafwandlerischen Charakter.

"Die Welt des Künstlers ist die Bühne einer allgemeinen Verzweiflung, die Inszenierung einer Katastrophe, die Langeweile, Arroganz oder sozialer Anschein heißt", formuliert es Marianne Schönsteiner-Mehr. Durch das Zusammenbringen Ezequiel Lopez Garcias und Feng Lus beschert die Galeristin ihren Besuchern einen doppelten Genuss: Einen visuellen und einen intellektuellen.

ServiceDie Ausstellung mit dem Titel "Great in small Matters", die Skulpturen Feng Lus und Ölgemälde Ezequiel Lopez Garcias zeigt, läuft bis zum 29. Juli im Kunstkabinett, Untere Bachgasse 7 in Regensburg. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 14 Uhr. Weitere Informationen unter Telefon 0941/57856 oder www.kunstkabinett-regensburg.de.
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