Fernando de la Jara stellt in der Reihe von "CinEScultura" in der Galerie Dr. Erdel in ...
Brückenbauer zwischen Realität und Traum

Die Bilder Fernando de la Jaras haben ihre eigene Poesie. Seine Arbeiten sind jetzt in Regensburg zu sehen. Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
03.05.2013
9
0
Fernando de la Jara spricht nicht gerne über seine Bilder. Erstens, weil er vor allem malt und nicht redet. Zweitens, weil er der Ansicht ist, dass seine Bilder selbst erzählen. "Der Betrachter soll die Bilder anschauen und zwar nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Herzen", so die Anweisung des Künstlers, der derzeit beim Spanischen Film- und Kulturfestivals "CinEScultura" in der Regensburger Galerie "Dr. Erdel Verlag" zu sehen ist.

Unsichtbare Welt zeigen

Na gut. Die zartfarbigen Ölgemälde de la Jaras haben eine eigene Poesie, das ist nicht zu leugnen. "Der magische Moment - El momento mágico": Der Titel der Regensburger Ausstellung trifft die Sache auf den Punkt. "Ich will keine Realität darstellen, sondern mit malerischen Mitteln die unsichtbare Welt der Ideen, Gefühle und Gedanken zeigen", bestätigt der Maler prompt und bricht sein selbst auferlegtes Schweigen. Ins Auge stechend sind bei de la Jaras Bildern im "Dr. Erdel Verlag" allerdings vor allem die meist in frappierender Entblößtheit ins Bild gerückten Nackten, die auf den ersten Blick alle Poesie in den Hintergrund drängen. "Das ist Zufall", beeilt sich de la Jara angesichts der das Kindheitsalter kaum überschrittenen Aktmodelle zu versichern. "Ich habe auch viele andere Bilder."
Auch Galerist Wolf Erdel zog es vor, für Flyer und Plakat der Ausstellung eines der wenigen züchtigen Bilder der Schau zu wählen: ein schlafendes Mädchen vor dem Notebook. Dieses Gemälde zumindest erlaubt es, eventuelle sittliche Bedenken beiseite zu schieben und sich ganz dem Aspekt der Kunst im Werk Fernando de la Jaras zu widmen.

Blaue Farbigkeit

Stilistisch und inhaltlich lassen sich gewisse Ähnlichkeiten des in Peru geborenen und heute im Donauries lebenden Künstlers zu prominenten Vertretern des spanischen Kulturkreises erkennen: Die Plastizität und die erdig bis blaue Farbigkeit des Gemäldes erinnern an Picasso. Die Haltung der auf einen Tisch gestützten Schlafenden ist ähnlich der Situation aus Goyas berühmten "Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer". Der Unterschied: Bei Fernando de la Jara sieht man die Monster nicht. Aber zumindest der Titel des an sich friedlich wirkenden Bildes lässt vorhandene Quälgeister erahnen. Das Gemälde heißt "Mosquitos".

Geschichten entdecken

Jeder soll die Geschichten in den Bildern selbst entdecken, das ist der Gedanke Fernando de la Jaras. Er selbst sieht sich als Brückenbauer zwischen Realität und Traumwelt. "Meine Bilder entstammen der präverbalen Welt", fügt er noch hinzu. Und nun Schluss mit den Worten.

___

Die Ausstellung "Der magische Moment - El momento mágico"mit Bildern von Fernando de la Jara ist bis zum 14. Juni in der Galerie "Dr. Erdel Verlag", Fischmarkt 3, in Regensburg zu sehen. Öffnungszeiten sind Mittwoch und Freitag von 16 bis 19 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung (0941/702 194).

___

Weitere Informationen im Internet:

http://www.erdel.de
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.