29.01.2017 - 20:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Franz Hitzler stellt seine Werke in Regensburg aus Vulkanausbruch der Farben

Farbe! Wer derzeit nach ein wenig Buntheit lechzt, der ist bei der aktuellen Ausstellung Franz Hitzlers im Kunst- und Gewerbeverein Regensburg genau richtig. Doch Vorsicht: Farbe ist bei dem gebürtigen Thalmassinger nicht gleichbedeutend mit beschwingter Fröhlichkeit.

Franz Hitzler bringt mit seinen Bildern Farbe in den Regensburger Winter. Seine Ausstellung "Brennpunkte" mit schreiend bunten Arbeiten voll dunkler Bedrohung läuft derzeit im Kunst- und Gewerbeverein. Bild: wsu
von Susanne WolkeProfil

"Es ist eine vulkanartige Explosion der Farbe." So beschreibt Reiner R. Schmidt die Gemälde Franz Hitzlers. "Man kann die Bilder als grell ansehen", fährt der dritte Vorsitzende des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg fort. Bei genauerer Betrachtung zeige sich jedoch die Harmonie der Farbgebung.

So sieht es Schmidt. Auf den ersten Blick allerdings sind die zwischen minimaler Figuration und starker Abstraktion schwebenden Bilder des in Thalmassing geborenen Franz Hitzler vor allem eines: extrem bunt. "Brennpunkte" lautet der Titel der Ausstellung, mit der der Kunst- und Gewerbeverein den in München, Marktoberdorf und Ligurien lebenden Hitzler würdigt. Mit seinen Vulkanausbrüchen der Farben bringt der von Italiensehnsucht getriebene Künstler ein wenig Hitze in den Regensburger Winter.

Ungezügelte Farbigkeit

Die ungezügelte Farbigkeit war dabei nicht immer typisch für Hitzler, dessen künstlerische Entwicklung im Raum Regensburg seit Jahren beobachtet werden kann. Es gab eine Zeit, da war der Maler von Düsternis geprägt. Die Arbeiten, die Hitzler nun im Kunst- und Gewerbeverein präsentiert, entstammen seiner jüngeren Schaffenszeit.

Einen düsteren Grundcharakter haben sich die Acrylbilder trotz aller Buntheit erhalten. Denn eines sind die Werke Hitzlers nicht: fröhlich. Auch die Farbe kommt bei ihm in bedrohlichen Wallungen auf den Betrachter zu. Die mittlerweile nur noch zu erahnenden figürlichen Elemente zeigen Fratzen oder Ungeheuer - oftmals kombiniert mit Formen der klassisch-christlichen Ikonografie wie etwa dem Gekreuzigten.

"Welle", "Impuls", "Sternbild" oder "COSMOS" - Franz Hitzler stellt bevorzugt dynamische Kräfte dar. Dominant ist dabei nicht nur die gewagte Farbigkeit der Bilder, die manchmal durch Collagen aus Holz- oder Seilstücken ergänzt sind. Schon die Größe der Werke ist wuchtig. An den teils wandfüllenden Arbeiten kommt man nicht so leicht vorbei.

Zurückhaltender sind lediglich die grafischen Arbeiten. Auf Wunsch Reiner Schmidts sollen diese nicht weniger Würdigung erfahren als die gellenden Farbschreie der Gemälde. Dennoch ist die Grafik Hitzlers zumindest räumlich in die Galerie des Kunst- und Gewerbevereins verbannt.

Hang zu Italien

In Gesellschaft der Gemälde befinden sich dagegen Hitzlers Keramikarbeiten. Die Vasen und Skulpturen sind nicht minder farbintensiv gestaltet und verweisen erneut auf den Hang des Künstlers zu Italien: Jenseits der Alpen spielt die Keramik eine bedeutende Rolle. "Franz Hitzler gehört zweifellos zu den bedeutendsten Kunstschaffenden aus der ostbayerischen Region." Das hielt Schmidt bei der Eröffnung im Kunst- und Gewerbeverein fest. Im Rahmen der aktuellen Regensburger Ausstellung lässt der Künstler nun seine jahrelange Entwicklung zur Explosion kommen.

Die Ausstellung

Die Ausstellung "Brennpunkte" mit Gemälden, Grafiken und Keramikarbeiten von Franz Hitzler läuft bis zum 26. Februar im Kunst- und Gewerbeverein Regensburg, Ludwigstraße 6. Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr. Am 11. und 18. Februar, jeweils um 11 Uhr, führt Künstlerin Gisela Conrad durch die Ausstellung. Nähere Auskünfte unter Telefon 0941/58160.

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Weitere Informationen:

www.kunst-und-gewerbeverein.de

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