20.09.2008 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Gäste aus Dresden präsentieren ihre Arbeit in der aktuellen Ausstellung des Neuen Kunstvereins ... Schamanenrüstung oder Kartoffel mit Beinen

von Susanne WolkeProfil

Marco Miersch hat sein Werk zwar "Schamanenrüstung" genannt, aber wenn jemand die Skulptur als "Kartoffel mit Beinen" bezeichnet, hat der Dresdener Künstler auch nichts dagegen. Schließlich sei ihm die Assoziationsmöglichkeit des Betrachters wichtig, wie er betont. Der 34-Jährige ist derzeit mit seinen Arbeiten im Kunstraum des Neuen Kunstvereins Regensburg vertreten. Mit ihm stellen drei weitere junge Künstler aus Dresden aus: Yasmin Alt, Svea Duwe und Juliane Melches.

"Now I walk in beauty" lautet der Titel der Schau. Ein etwas rätselhafter Name, aber das Geheimnisvolle durchzieht die ganze Ausstellung. Das Unentschlüsselte spielt nicht nur bei Marco Miersch eine Rolle, der aus Ton und Gips amorphe Mischfiguren zwischen Mensch, Tier und Fantasie formt, und der über seine aus Fundstücken zusammengesetzten Holzobjekte sagt: "Ich kann deren Bedeutung selbst nicht ganz auflösen."

Klang als Installation

Auch Svea Duwe gibt nicht alles preis, was hinter ihrer Arbeit steckt. Die Installation aus Pappe, Stoff, Leder und Aluminium, in der sie eine akustische Welle ins Dreidimensionale übertragen hat, heißt schlicht und einfach "Zwei Worte". Welche Worte das sind, will die Künstlerin nicht verraten. Bei Juliane Melches kommt das Unterbewusstsein zum Zuge. In ihren surrealistischen Bildern, die im Spannungsfeld zwischen Weite und akribisch gemalten Details liegen, lässt sie oft den Zufall spielen."
"Er hütet das Geheimnis" sagt Yasmin Alt über ihren Vorhang aus Polyester, der wie in einer leichten Bewegung festgefroren mitten im Raum steht. Keiner kann in den Bereich blicken, den er abschirmt.

Die junge Frau hat außerdem ein Kunstwerk mitgebracht, das ihrer Meinung nach gut zu Regensburg passt: die plastische Darstellung einer kleinen Stadt. Zu deren perspektivischer Verzerrung äußert sich Yasmin Alt: "Das mutet ein bisschen mittelalterlich an." Das mittelalterliche Wunder Regensburg kam auch in der Einführungsrede von Reiner R. Schmidt zur Sprache. Der Vorsitzende des Neuen Kunstvereins haderte mit der überdominanten Präsenz der Historie in der Donaustadt.

Erdrückende Historie

"Zeitgenössische Künstler haben es oft schwer", beklagte er sich. "Sie werden erdrückt zwischen Dom und Steinerner Brücke." In Dresden seien die Rahmenbedingungen ähnlich.

"Now I walk in beauty" ist bis zum 28. September im Kunstraum des Neuen Kunstvereins Regensburg, Dr.-Gessler-Straße 2 zu sehen. Öffnungszeiten sind Donnerstag bis Samstag von 15 bis 19 Uhr.

Weitere Informationen im Internet:

www.neuerkunstverein.de

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