23.07.2008 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Giuseppe Donnaloia, Ute Raddatz und Barbara Spannagel wecken Sehnsüchte "Schöne Aussicht" im Kunstkabinett

von Susanne WolkeProfil

Das Bild wirkt wie ein vergilbtes Familienfoto aus vergangenen Tagen: die Großmutter oder Tante in ihrer Schürze, der erwachsene Sohn im weißen Hemd, zwei Kinder und ein Truthahn. Giuseppe Donnaloia hat die ländliche Szene festgehalten. Allerdings nicht mit der Kamera, sondern mit Pinsel und Öl auf großformatiger Leinwand.

Sehnsucht kommt auf

Die melancholischen Gemälde des in Duisburg geborenen Italieners sind derzeit im Kunstkabinett Regensburg zu sehen. "Schöne Aussicht" lautet der Titel der Ausstellung. Vertreten sind neben Giuseppe Donnaloia auch die Malerin Ute Raddatz und die Bildhauerin Barbara Spannagel. Es ist eine ganz besondere Stimmung, die die Schau vermittelt. Sehnsucht kommt auf. Nach den Sommern der Kindheit, als man mit den Eltern im Schatten einer Akazie saß, ringsherum die gleißende Mittagshitze. Selbst wenn der Betrachter diese Szene selbst nie erlebt hat: Giuseppe Donnaloia vermittelt ihm eine Atmosphäre der Vertrautheit. Trotz aller Ähnlichkeit zur Fotografie geben Donnaloias in Grautönen gehaltene Bilder einzelne Details aber nicht exakt wieder. Die Gesichter der dargestellten Personen oder die Umwelt bleiben oft schemenhaft.
Sehnsucht nach der Ferne wecken die Bilder von Ute Raddatz. Ihre Gemälde zeigen immer wieder einen Ort, der schon viele angezogen hat - und der nicht wenigen zum Verhängnis geworden ist: das Matterhorn. Mit starkem Pinselduktus hat die Malerin den lange Zeit unbezwingbaren Berg auf die Leinwand gebannt. Mit wenigen, dafür aber umso intensiveren Farben stellt Raddatz grauen Granit und schneebedeckte Gipfel vor einem tiefblauen Himmel dar.

In dieser hehren Sphäre zwischen Himmel und Erde kann man sich auch die Figuren von Barbara Spannagel vorstellen. "Vom Winde" oder "Loslassen" heißen die Bronzeskulpturen der Bildhauerin.

Granit und Marmor

Diese fast schwerelosen Frauengestalten in akademischer Manier stehen allerdings im krassen Gegensatz zu manch anderen Werken Spannagels, die derzeit ebenfalls im Kunstkabinett ausgestellt sind: In ihrer Form wesentlich reduzierter und fast abstrakt sind Skulpturen wie "Abendkleid" aus Carrara-Marmor oder "Zwiespalt 2" aus Granit, kopflose Gestalten, bei denen die Glieder nur noch angedeutet sind.

Die Ausstellung ist bis zum 31. August zu sehen, Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 14 Uhr. Informationen unter Telefon 0941/5 78 56 oder per E-Mail unter info[at]kunstkabinett[dot]com.

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