Hannes Weikert stellt im "Leeren Beutel" aus
Suche nach dem Schönen im Herzen Regensburgs

Weikert malte gegenständlich und abstrakt, dabei aber stets harmonisch. Eines seiner Lieblingsmotive war das Kloster Prüfening. Repro: Wolke
Kultur
Regensburg
29.03.2018
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Eigentlich hätte diese Ausstellung auch in den Kunst- und Gewerbeverein gepasst. Oder nach Prüfening. Oder natürlich an die Universität. Die Hauptsache aber bleibt, dass Hannes Weikert in Regenburg präsentiert wird. Schließlich war dies der Hauptwirkungsort des 1918 im Riesengebirge geborenen Künstlers und Kunsterziehers. Die Städtische Galerie im "Leeren Beutel" ist daher ein neutral-würdiger Rahmen für die Arbeiten Hannes Weikerts. Eine Schau zu dessen 100. Geburtstag würdigt hier den Künstler, der 1980 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam.

Diese Tragödie ereignete sich auf der Heimreise Weikerts von seinem Sommer-Atelier in der Steiermark nach Regensburg. Sie steht in trauriger Weise auch für Leben und Schaffen des Künstlers. Denn stets war Hannes Weikert unterwegs: als Lehrer in München, als Kunsterzieher an französischen Schulen, als Maler und Grafiker, der sich seine Inspiration an den schönen Flecken dieser Welt holte. Verhältnismäßig sesshaft aber wurde Hannes Weikert in Regensburg. Dort lehrte er zunächst an der Pädagogischen Hochschule und war später Professor für Kunsterziehung an der Universität. Dort saß er auch im Vorsitz des Kunst- und Gewerbevereins. Und dort fand er sein Lieblingsmotiv: Schloss Prüfening.

Der Querschnitt Weikertschen Schaffens, der nun im Leeren Beutel zu sehen ist, streift alle Faktoren in Leben und Werk des Künstlers. Landschaftsansichten, Portraits, abstrakte Kosmen: All diese Bilder vereinen Weikerts stete Suche nach dem Schönen. Und sie sind schön. In dieser Gedächtnisausstellung liefert der hochangesehene Wahlregensburger seinem Publikum noch einmal wahren Genuss.

"In allen seinen Bildern schwingt ein gewisses Harmoniestreben mit." Das bescheinigt der Kunstexperte Xaver Luderböck dem Maler Hannes Weiktert. Und weiter: "Seine Formen und Farben zeigen immer eine authentische Klarheit, die surreales, Abgründiges und Chaotisches ausschließt." Was nicht heißt, dass Hannes Weikert nicht auch abstrakt malte. Seine Kompositionen aus Formen und Farben bewahren dabei aber stets eine ruhige Ausgeglichenheit.

"Weikterts künstlerisches Schaffen weist zwei stilistische Hauptaspekte auf", bemerkte auch einst sein Wegbegleiter an der Universität Regensburg, der Kunsthistoriker Jörg Traeger. Einerseits sei dies die Anknüpfung an die abstrakte Malerei der 1950er Jahre. Andererseits gibt es die Arbeiten nach gegenständlichen Motiven. Vorlage dafür fand Hannes Weikert mit Vorliebe in der näheren und weiteren Umgebung Regensburgs und in der Oberpfalz.

Der Ort für die Gedächtnisausstellung des Künstlers im Herzen Regensburgs hätte also nicht besser gewählt sein können.

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Die Ausstellung läuft bis zum 15. April in der Städtischen Galerie im "Leeren Beutel" (Bertoldstraße 9) in Regensburg. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10 bis 16 Uhr. Am Ostermontag ist geöffnet, am 30. März geschlossen. Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei. Weitere Informationen: Telefon 0941/ 507-2440.
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