27.01.2017 - 20:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

„Im Schlaf kommen die Bäume“ Frau Nothtroffs Gespür für Schnee

Die Ausstellung passt zur Jahreszeit. Man kommt nicht umhin, dies als allererstes zu erwähnen. Denn während draußen die Kälte klirrt, der Schnee knirscht und die kahlen Bäume ihre langen Schatten werfen, zeigt der Neue Kunstverein Regensburg derzeit auch drinnen poetische Ansichten der kalten Jahreszeit.

Christa Nothtroff liebt den Winter und die Linie. Beides vereint die Künstlerin auf poetische Weise. Bild: Wolke
von Susanne WolkeProfil

Es sind nicht nur Winterbilder, die die Künstlerin Christa Nothtroff dort ausstellt. Aber sie prägen die Ausstellung ganz entschieden. Etwas irreführend daher sowohl der Titel als auch die Abbildung auf der Einladung zur Schau. "Im Schlaf kommen die Bäume", heißt es da nebst einer tiefgrünen Abstraktion, die eher an rauschende Haine denken lässt denn an winterkahle Äste.

Schrift, Linie, Natur

Doch auch wenn sich die Arbeiten der in Schweinfurt lebenden Malerin, Fotografin und Objektmacherin nicht auf reine Winterdarstellungen reduzieren lassen - der Titel der Schau ist angelehnt an ein Zitat des japanischen Schriftstellers Haruki Murakami und steht für die weiteren Vorlieben Christa Nothtroffs, nämlich zur Schrift, zur Linie und zur Natur an sich: Ihre Hommagen an Frost, Eis und Schnee passen hier einfach hervorragend.

Sämtliche Erscheinungsformen des Winters sind hier eingefangen. Frischer Schnee, eingefrorene Gräser, Spuren von Stiefeln und Autoreifen: Durch Zeichnungen Gemälde, Fotografien und Collagen gibt Christa Nothtroff die poetische Stimmung dieser Jahreszeit wieder. "Im Winter sieht man alles schön freigelegt", sagt die Künstlerin. Und gibt zu bedenken: "Wir können das heutzutage genießen. Denn wir leiden im Winter keine Not." Die Winterbilder fügen sich bestens ein in das gesamte Werk Christa Nothtroffs. Denn die Linie, die hier so schön schwarz auf weiß hervortritt, ist der Künstlerin besonders wichtig. Nicht weit ist bei ihr der Schritt von kahlen Ästen zu schwarzen Schriftzeichen.

Faden und Draht

Die Schrift nämlich gehört neben der Natur zum zweiten große Themenkomplex Christa Nothtroffs. Wohlgemerkt die Schrift an sich - und nicht die Kalligraphie. Dies zu betonen ist der Künstlerin ein besonderes Anliegen. Die Dynamik der Linie ist es, die ihr am Herzen liegt, nicht die kunstvolle Schönschrift. Die Schwelle vom geschriebenen Wort zum reinen Linienbild ist dabei leicht überschritten.

Was Christa Nothtroff dabei mit Stift und Pinsel, aber auch mit Faden oder Draht auf den Bildträger bringt, sind oftmals Zitate von Haruki Murakami. Dessen Buch "Kafka am Strand" hat die Künstlerin stark beeinflusst. Der ewige Anwärter auf den Literaturnobelpreis wird ja auch im Titel gewürdigt - allerdings in abgewandelter Form. "Im Schlaf kommen die Bäume" - vielleicht ist es der winterliche Schlaf der Natur, der hier zum Ausdruck kommt. Fest steht jedenfalls: Die Ausstellung passt zur Jahreszeit.

Service

Die Ausstellung "Im Schlaf kommen die Bäume" mit Bildern und einigen Objekten Christa Nothtroffs läuft bis zum 18. Februar im Neuen Kunstverein Regensburg, Schwanenplatz 4. Öffnungszeiten sind Donnerstag und Freitag von 16 bis 19 Uhr sowie Samstag von 12 bis 15 Uhr.

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Weitere Informationen:

www.neuerkunstverein.de

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