02.03.2007 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

In der Donaustadt findet vom 14. bis 18. März der 29. Deutsche Kunsthistoriker-Tag statt Regensburg als Zentrum der Kunstgeschichte

von Susanne WolkeProfil

Regensburg wird das Zentrum der deutschen Kunstgeschichte - zumindest für einige Tage: Vom 14. bis 18. März findet in der Donaustadt der 29. Deutsche Kunsthistoriker-Tag statt.

In Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Kunsthistoriker wartet die Universität Regensburg mit einem attraktiven Programm an Vorträgen, Diskussionen und Exkursionen auf. Ein spezielles Motto gibt es nicht. Stattdessen kündigt das Programm "eine sachlich-nüchterne Hinwendung zu einer Vielzahl von Fragen und Themen" an. Insgesamt 15 Themengebiete und fast 100 Referenten sollen die Breite des Faches präsentieren.

Dazu gehören Vorträge zur mittelalterlichen Wandmalerei, zur Stadtplanung und Denkmalpflege nach 1945, zur Bilderverehrung im Spätmittelalter oder zur Kunstliteratur im 20. Jahrhundert.

Schwerpunkt Denkmal

Ein gewisser Schwerpunkt liegt passend zum Veranstaltungsort auf dem Mittelalter und der Denkmalpflege. "Zu den Highlights gehören meiner Meinung nach die Beiträge zur mittelalterlichen Kathedrale als vernetztes System", sagt Professor Dr. Hans-Christoph Dittscheid vom Regensburger Institut für Kunstgeschichte.

Inhalt dieses Programmpunktes ist es, die monumentalen sakralen Bauwerke unter einem eher ungewöhnlichen Aspekt zu beleuchten: Wie hat es auf der Baustelle ausgesehen? lautet etwa eine Frage, oder: Wie haben die Handwerker zusammengearbeitet? "Eine Vorstellung davon zu bekommen, wie sich in der Gotik Bildhauer und Baumeister untereinander abgesprochen haben - das ist spannend", so Dittscheid. Ein weiterer Höhepunkt des Kunsthistorikertages wird im Foyer der Universitätsbibliothek ausgestellt: eine Auswahl von Rekonstruktionen deutscher Synagogen vor dem Zweiten Weltkrieg. Dieses Projekt der Technischen Universität Braunschweig und der Hebrew University Jerusalem gastierte als Wanderausstellung bereits in Städten wie Essen, Hannover und Berlin. Holzmodelle im Maßstab 1:50 ermöglichen eine Vorstellung der seit 1938 zerstörten Bauten.

Der Überblick über die Entwicklung der Synagogenarchitektur in Deutschland reicht vom Barock über den Klassizismus bis ins 20. Jahrhundert. Daneben werden im Rahmen des Kunsthistorikertages Exkursionen in die Umgebung angeboten. Am 18. März führen örtliche Kunsthistoriker durch Bauten in der Region.

Auch nach Flossenbürg

Unter anderem geht es zu den barocken Landschlössern Sünching und Alteglofsheim, zur Walhalla und zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Spezialführungen beschäftigen sich mit dem historischen und dem jüdischen Regensburg.

Mit dem Kunsthistorikertag gedenkt das Regensburger Institut für Kunstgeschichte besonders seinem 2005 verstorbenen Lehrstuhlinhaber Professor Dr. Jörg Traeger. Der international renommierte Kunsthistoriker war es, der die Einladung nach Regensburg ausgesprochen hat. "Alle zwei Jahre lädt ein Universitätsinstitut zum Kunsthistorikertag ein", erklärt Marcello Gaeta vom Verband der Kunsthistoriker.

Der erste Kunsthistorikertag fand 1949 in Bonn statt. Damals wurde auch der Verband Deutscher Kunsthistoriker gegründet. Informationen und Anmeldung beim Verband Deutscher Kunsthistoriker, Universität Bonn (Telefon 0228/739091).

Weitere Informationen:

www.kunsthistorikertag.de.

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