26.11.2013 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Inszenierung gerät nicht ins Stottern: "The King's Speech - Die Rede des Königs" am Theater ... Noch eindringlicher als der Film

Der neue König George VI. (Thomas Birnstiel), sein Sprachtherapeut Lionel Logue (Gerhard Hermann), Königsgattin Elizabeth (Ulrike Requadt) und Stanley Baldwin (Michael Haake, von links). Bild: Sarah Rubensdörffer/hfz
von Stefan RimekProfil

Das Schauspiel "The King's Speech" von David Seidler über den stotternden Herzog von York und späteren König George VI. war in den 80er Jahren ursprünglich als Theaterstück geplant, wurde dann aber auf den Wunsch von "Queen Mum", Mutter von Königin Elisabeth II. und Witwe von George VI., zurückgestellt. Im Jahre 2010 und damit acht Jahre nach ihrem Tod hatte das Stück als Kinofilm einen großen Erfolg und gewann 2011 vier Oscars - unter anderem als bester Film sowie für die beste Regie (Tom Hooper) und Hauptdarsteller Colin Firth. Jetzt rückt auch die Theaterfassung wieder ins Blickfeld. Der populäre Film macht eine Inszenierung nicht einfach, birgt aber auch einen besonderen Reiz.

Der direkte Draht

Die neue Inszenierung von Charlotte Koppenhöfer am Theater Regensburg kann neben dem übermächtigen Film bestehen. Sie zeigt auf anschauliche Weise den Vorteil der Theaterbühne aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Publikum, was in besonderem Maße für die Produktion im kleinen Theater am Haidplatz gilt.
Mit ihrer Regie erreicht Koppenhöfer das Publikum auf direktem und fesselndem Weg. Die Gefühle und Stimmungen der Figuren sowie die Dramatik kommen berührend über die Bühne, und zwar ohne aufgesetztes Pathos. Dafür sorgen nicht zuletzt die kreativen Videoprojektionen, die geschickt in die Handlungs- und Bewegungsabläufe integriert sind. So fallen dem stotternden Herzog von York bei seiner ersten Rundfunkansprache im Wembley-Stadion im Jahre 1925 auf einer Projektion im wahrsten Sinne des Wortes die Buchstaben aus den Sätzen. Aber auch die von der Regisseurin selbst erstellten Soundcollagen tragen zur Ausdrucksstärke der Produktion bei. Die Gestaltung der Bühne und der Kostüme durch Monika Frenz komplettiert den leicht abstrakten Charakter der Inszenierung auf sehr angemessene Weise.

Thomas Birnstiel gibt den Herzog von York und künftigen König ausdrucksstark und bringt dessen durch den Sprachfehler bedingte Unsicherheit großartig auf die Bühne. Nicht minder überzeugend ist Gerhard Hermann als Sprachtherapeut Lionel Logue.

Allround-Talent Haake

Aber auch Ulrike Requadt als Herzogin von York und Silke Heise als Lionels Frau Myrtle agieren mit Gespür für die Charaktere ihrer Figuren. Ein besonderes Lob gebührt Michael Haake, der sein Allround-Talent bei der Verkörperung von Davis, Cosmo Lang, Winston Churchill und Stanley Baldwin beeindruckend unter Beweis stellt.

Insgesamt erlebt man hier eine sehr überzeugende Produktion, die historische Fakten und kreativen Sinn für die Dramaturgie eines Schauspiels geschickt vereint.

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Die nächsten Vorstellungen am 12., 14., 15., 18., 20., 21. und 22. Dezember jeweils um 19.30 Uhr. Karten unter Telefon 0941/507-2424.

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Informationen und Karten im Internet:

http://www.theater-regensburg.de

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