Jahresprogramm Kunstforum Ostdeutsche Galerie
Von der Vergangenheit zur Gegenwart

In der Ausstellung "Artige Kunst. Kunst und Politik im Nationalsozialismus" (14. Juli bis 29. Oktober 2017) ist auch das "Mädchenbildnis" (1909) von Alexej von Jawlensky zu sehen. Bild: © Museum Kunstpalast, Düsseldorf
Kultur
Regensburg
09.12.2016
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Im kommenden Jahr wartet auf Dr. Agnes Tieze der große Moment. Wenn die Renovierungsarbeiten am Kunstforum Ostdeutsche Galerie abgeschlossen sind, wird auch die Museumsdirektorin der Dauerausstellung ihre eigene Handschrift verpassen.

Die Eröffnung der neuen Präsentation ist für Oktober 2017 geplant. Im Mittelpunkt stehen sollen dabei einerseits Kunstzentren des frühen 20. Jahrhunderts wie Breslau, Königsberg oder Prag, andererseits Positionen zeitgenössischer Künstler. "Woher kommen wir, wohin gehen wir" - unter diesem Motto wird die Dauerausstellung des Kunstforums derzeit neu konzipiert. Der Titel könnte auch stehen für die Sonderausstellungen, die die Besucher des Regensburger Museums im Jahr 2017 erwarten.

"Es freut uns, den Stiftungsauftrag des Museums sowohl mit historischen als auch mit gegenwärtigen Aspekten immer wieder neu mit Ausstellungsprojekten auffüllen zu können", äußerte sich Dr. Agnes Tieze nun bei einer Vorschau auf das Ausstellungsjahr 2017.

"Stadt, Land, Tier"

Drei große Sonderausstellungen werden diesmal den Bogen spannen vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Den Beginn macht ab Februar die Schau "Stadt, Land, Tier. Der Farbholzschnitt in Prag um 1900". Am Beispiel der beiden Künstlerfreunde Karl Thiemann und Walther Klemm gibt die Präsentation Einblicke in eine Technik, die damals besonders wegen ihrer Farbenpracht beliebt war. Die Ausstellung wurde in Kooperation mit der Nationalgalerie in Prag zusammengestellt.

Nach dem visuellen Genuss der bunten Holzschnitte geht es ab Juli mit einem vieldiskutierten Thema weiter. Die Ausstellung "artige Kunst. Kunst und Politik im Nationalsozialismus" sieht man im Kunstforum als "ein Thema, das schon lange ansteht". Dabei geht es einerseits um die Kunst, die während des NS-Regimes als regimetreue Propaganda entstand. Andererseits werden Arbeiten gezeigt, die damals als "entartet" diffamiert wurden.

Pulsierende Objekte

Wenn die Ausstellung im Sommer von den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum übernommen wird, bedeutet das für etliche Exponate eine Rückkehr: Die Ausstellung wurde mit zahlreichen Leihgaben des Kunstforums Ostdeutsche Galerie bestückt. Parallel zur der "artigen und entarteten" Kunst gibt es im Grafiksaal des Kunstforums eine Schau zum Thema "Gegenstand : Widerstand".

Einen Sprung in die Gegenwart macht dann die letzte Ausstellung im Jahr 2017. Ab November sind im Kunstforum Videoskulpturen von Jakub Nepras zu sehen. Die pulsierenden plastischen Objekte des jungen tschechischen Künstlers sind "Metaphern von Prozessen in der Funktionsweise der Welt", so die Ankündigung. Diese seien eher intuitiv zu erfassen. Begleitet werden die Ausstellungen auch im kommenden Jahr durch ein abwechslungsreiches Programm. Weitergeführt wird etwa die Führungsreihe KOG-tail, bei der Wissenschaftler des Hauses Einblick geben in die Hintergründe der Museumsarbeit.

Führungen am Nachmittag

Außerdem gibt es jeden zweiten Dienstag im Monat Führungen am Nachmittag. Kurzführungen wenden sich an Eltern mit Babys. Für Kinder gibt es das museumspädagogische Programm. In der Kunstsprechstunde kann man mehr über eigene Kunstwerke erfahren. Und an vier Sonntagen im Jahr findet das Kunst Frühstück statt.Tradition ist auch die Rewag-Nacht in Blau, die auf den 5. August datiert ist.

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Weitere Informationen:

www.kunstforum.net
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