23.01.2007 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg stellt Jahresprogramm für 2007 vor Klassische Moderne und Gegenwartskunst

von Susanne WolkeProfil

Das wird ein Jahr der Kunst: Mit einer abwechslungsreichen Mischung aus Ausstellungen, Vorträgen und Aktionen will das Kunstforum Ostdeutsche Galerie auch dieses Jahr dem Erfolgskurs treu bleiben, den es seit seiner Wiedereröffnung vor knapp einem Jahr eingeschlagen hat. Bei einer Pressekonferenz stellte das Museum sein Jahresprogramm für 2007 vor.

33 280 Besucher im Jahr 2006 und somit rund 4000 mehr als im Vorjahr: solche Zahlen sprechen für sich. Die Leitung der Ostdeutschen Galerie sieht sich auf dem richtigen Weg. "Wir wollen das bewährte Spannungsfeld von Klassischer Moderne und Gegenwartskunst fortsetzen", kündigte denn auch Museumsdirektorin Dr. Ulrike Lorenz an. Dies soll allerdings in einer neuen Form geschehen: "LABOR" lautet der Titel einer Ausstellungsreihe, die eine Plattform für Einzelpositionen junger internationaler Kunst bieten soll.

Osteuropa im Blick

"Natürlich steht Osteuropa auch weiterhin im Blick. Wir laden aber auch Künstler aus ganz Deutschland und aus Amerika ein." Neben den großen Veranstaltungen soll also ein "kleines, internationales, freches Ausstellungsprogramm" laufen.

Den Anfang macht Christian Tomaszewski aus New York, dessen Ausstellung nächste Woche eröffnet wird. Mit Julia Schmidt aus Leipzig folgt im März eine konzeptuelle Malerin, die eine Gegenposition zur "Leipziger Schule" einnimmt. Den Abschluss bildet eine Präsentation der erfolgreichen Teilnehmer des 12. Marler Video-Kunst-Preises, deren Werke ab Mai zu sehen sind. Daneben zeigt die Ostdeutsche Galerie dieses Jahr ein deutlich klassisches Programm. "Wir beginnen mit Otto Mueller und enden im Dezember mit Moriz Melzer", sagte Ulrike Lorenz mit Hinweis auf die aktuelle Otto-Mueller-Ausstellung.

Moriz Melzer, der Anfang des 20. Jahrhunderts zu den produktivsten Künstlern in Berlin zählte, ist heute nahezu in Vergessenheit geraten. "Von unserem Haus geht die Initiative aus, ihn wieder zu entdecken", äußerte sich Lorenz zu dem Maler, dessen Repertoire vom Neoimpressionismus über den Expressionismus bis hin zum abstrakten Kubismus reicht. Ein "Riesenprojekt" soll dieses Jahr das "Archiv der Sehnsucht" sein. In dieser Sonderausstellung zeigt das Kunstforum von Anfang April bis Ende Mai einen Teil seiner über 3000 schlesischen Ansichts-Grafiken aus der Sammlung des Brauereibesitzers Albrecht Haselbach.

Malerei und Literatur

Neben einer Retrospektive des zeitgenössischen Grafikers und Zeichners Pravoslav Sovak von Juni bis August nimmt die Ostdeutsche Galerie heuer ein weiteres großes Projekt in Angriff: "Die doppelte Muse" lautet der Titel einer Sonderausstellung ab September. Beleuchtet wird dabei der Grenzgang zwischen Malerei und Literatur. Im Zentrum der Schau stehen Oskar Kokoschka, Ernst Barlach, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky und Max Beckmann. Dabei finden neben der Malerei auch die literarischen Leistungen der Künstler Beachtung.

Zudem will die Ostdeutsche Galerie ihr laufendes Veranstaltungsprogramm noch weiter ausbauen. Neu sind unter anderem spezielle Führungen für Senioren jeden dritten Mittwoch im Monat um 14 Uhr sowie die viermal im Jahr stattfindende Veranstaltung "Wenn der Opa und die Oma mit den Enkeln.". Dabei können verschiedene Generationen gemeinsam Kunst erleben. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Regensburg gibt es außerdem einmal im Monat kostenlose Themenführungen sowie ein Kunstgeschichte-Seminar, das die deutsche Malerei des 20. Jahrhunderts behandelt.

Die Möglichkeit zur Erkundung des Museums auf eigene Faust soll ab Frühsommer ein Audioguide erleichtern. Infos beim Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg (Telefon 0941/29714-0). Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr.

Weitere Informationen:

www.kunstforum.net

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